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Mario und Pac-Man : Retro-Gaming – Spielen wie vor drei Jahrzehnten

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Seit Mario und Pac-Man Anfang der 1980er Jahre hat sich viel in der Computer-Welt getan - doch Retro-Gaming hat Fans.

Es ist eine Reise in eine andere Zeit: Retro-Gaming – also alte Spiele aus der Frühzeit der PC- und Konsolenära auf ebenso alten Geräten – findet mittlerweile viele Fans, die ihre Freizeit in 16-Bit-Welten verbringen. Ganze Magazine füllen auch heute noch Geräte aus den 80er und 90er Jahren. Darunter Urgesteine wie der Amiga 500, der Commodore 64 oder die ersten Apple-Computer. Sogar die größte Spielemesse Gamescom widmet einen eigenen Bereich dem Retro-Gaming – inklusive Spielneuerscheinungen für die Jahrzehnte alten Geräte.

Aber wo soll man anfangen, wenn man selbst wieder in die Vergangenheit der Heimcomputer einsteigen will? Andreas Lange, Direktor des Computerspielemuseums in Berlin, empfiehlt die Mitte der 1980er Jahre. „Wenn ich etwas mit dem Computer anfangen will, wenn ich spielen will – dann sind es die 16-Bit-Computer und aufwärts.“ Also zum Beispiel Klassiker wie der Amiga 500 oder der Atari ST.

Für den Erwerb und auch für das Verkaufen der Geräte empfiehlt Lange Ebay. Die Auktionsplattform und die Kleinanzeigen seien in Bezug auf die Preise sehr transparent. „Es gibt auch nach wie vor den guten, alten Flohmarkt. Dort kann man noch das eine oder andere Schnäppchen machen.“ Mit Flohmarktkäufen wurde im Jahr 1996 auch der Grundstein für das Computerspielemuseum gelegt.

Peter Knaak von Stiftung Warentest sieht das anders. „Was auf dem Flohmarkt angeboten wird und älter als zehn Jahre ist – davon würde ich die Finger lassen“, sagt er. „Ich würde über Ebay Kleinanzeigen direkt zum Verkäufer gehen und mir zeigen lassen, dass es funktioniert.“ Eine weitere Möglichkeit sind Börsen, die sich auf Retro-Rechner spezialisiert haben – darunter die Retro-Börse, die Classic Computing und das Vintage Computer Festival. „Dort gibt es Händler, die ihre alten Stücke auspacken“, sagt Lange. Und das sei nicht der einzige Vorteil: „Da hat man auch die Möglichkeit, mit den Leuten fachzusimpeln.“ Auf diesen Börsen tummeln sich die Fans – Menschen mit rein ökonomischem Interesse treffe man dort nur selten.

In das Hobby Retro-PCs kann man schon mit einem vergleichsweise niedrigen Budget einsteigen. „Die gängigen Systeme sind sehr günstig zu haben“, sagt Lange. Einen gut erhaltenen C64 mit Zusatzhardware bekomme man schon ab rund 100 Euro. „Auch der Atari ST liegt bei etwas über 100 Euro.“ Das Zubehör ist dabei mindestens genauso wichtig wie der Rechner selbst: „Kabel, Netzteil, die Laufwerke und auch eine Maus wollen angeschlossen werden“, sagt Lange. Einige der Rechner könne man an den Fernseher anschließen. Bei modernen Fernsehern kann das problematisch sein. Deswegen rät Lange dazu, gleich einen Monitor oder ein altes TV-Gerät dazu zu kaufen.

Spiele sind für diese Systeme ebenfalls günstig zu bekommen. Allerdings müsse man hier Abstriche machen. „Bei Spielen auf Diskette oder Daten-Tape kann man nicht mehr davon ausgehen, dass der Code noch hundertprozentig intakt ist, weil die magnetische Spannung einfach Stück für Stück schwächer wird“, sagt Lange.

In den Rechnern selbst sind Warentest-Experte Knaak zufolge die Elektrolyt-Kondensatoren und verbaute Stützbatterien am anfälligsten. Sie können auslaufen oder die Spannung verlieren. „Das sind krasse Schwachpunkte.“ Man könne diese Teile zwar austauschen. „Das wird aber dann schnell zur wilden Bastelei, und das muss man wollen und können.“ Für schwierige Fälle empfiehlt Knaak Repair-Cafés. „Die gibt es schon in allen größeren Städten.“ Dort erhält man Hilfe bei der Reparatur oder dem Beschaffen von Ersatzteilen.

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