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Nagars Netzwelt : Politico: EU und Haferflocken

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Wie ein neues Magazin den Haferflockengeschmack aus der EU-Politik nehmen will.

von
erstellt am 23.Apr.2015 | 15:20 Uhr

EU-Politik  hat einen leicht staubigen Ruf. Zu sehr ist vielen noch das Bild vom gurkenkrümmungsverordnenden Wanderzirkus im Kopf. Intransparent, aufgebläht, bürokratisch. So viel zu den Vorurteilen. Die Realität ist: Die Entscheidungen der EU finden wir alle in unserem Alltag wieder. Und doch schlurfen bei Europa-Wahlen nur die Hartgesottenen an die Urne. Und selbst die halten die EU für unsexy.

Die Webseite politico.eu will das ändern. Die gemeinsame Tochter des amerikanischen „Politico“ und des Springer-Konzerns will analog zum US-Vorbild Berichte, Porträts und Kommentare zur Politik made in Brüssel veröffentlichen und das – jetzt kommt der Haken – auf unterhaltsame Weise. „Zu viel von der traditionellen EU-Berichterstattung sieht aus und schmeckt wie Haferflocken“, sagt Chefredakteur Matt Kaminski.  Ambitioniert startete das Magazin am 20. April. Mal ganz abgesehen davon, dass Haferflocken ganz fantastisch schmecken, lohnt sich ein Blick auf die Seite auch für politisch  interessierte Normalbürger (die einigermaßen Englisch verstehen sollten). Auch wenn die bisherige Presseresonanz – wenn überhaupt – eher negativ auffällt.

Der Spiegel-Online hatte  sich ein Magazin erwünscht, dass in etwa so spannend ist wie die Kultserie „House of Cards“ und den europäischen „Gartopf“ so packend erzählt wie den amerikanischen „Dampfkessel“. „,Politico’ versucht sich an der Quadratur der Gurke“, ulkt SPON. Deutschlandradio Kultur liest nur „Sülze in Aspik“. Und die FAZ spricht dem neuen Projekt ab, „richtig knallig“ zu sein. Zugegeben, Glanz und Glamour sucht man vergebens – doch muss sich die Berichterstattung in Sachen Action und Drama nun unbedingt mit US-Serien messen? Warum reicht das Argument nicht, dass die Ergebnisse schlicht und ergreifend relevant sind? Für alle in Europa, selbst wenn für die, die sich lieber US-Serien reinziehen und über „die da in Brüssel“ nölen.

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