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Digitale Medienwelt : Playbuzz in Hamburg: „Internet ist das neue Kino“

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Das israelische Unternehmen Playbuzz bietet gratis Online-Formate zur Verbreitung spielerischer Inhalte an. Und hat damit einen weltweiten Internet-Siegeszug angetreten. Seit neuestem auch von Hamburg aus.

Shaul Olmert will die digitale Medienwelt verändern. Sein Unternehmen Playbuzz wurde nach einem steilen Aufstieg zu Jahresbeginn zum größten Facebook-Publisher der Welt erklärt – nach eigenen Angaben mit mehr als zehn Millionen Shares und 80 Millionen Besuchern auf der Seite pro Monat.

Die Online-Plattform ähnelt in vielem dem älteren US-Medienunternehmen BuzzFeed. Playbuzz stellt Benutzern weltweit umsonst Werkzeuge für neue digitale Formen des Erzählens zur Verfügung. Mit Fragespielen soll das Interesse von Lesern geweckt werden – das können etwa ein Quiz, eine Umfrage oder ein Listicle sein. Privatpersonen können die Formate der Kategorien Pop, Fun und Geek genauso nutzen wie etablierte Medienhäuser, sie mit Inhalt füllen und auf ihre Webseite stellen oder auf sozialen Netzwerken teilen. „Die meisten Publisher wollen Inhalte schaffen, die dem digitalen Medienzeitalter besser angepasst sind“, erklärt Keith Trivitt, Marketing-Chef bei Playbuzz in New York.

In Hamburg richtete die Plattform im September ihre erste deutsche Vertretung ein, Geschäftsführer ist Christian Fricke. Von der Hansestadt aus will das israelische Unternehmen mit Sitz in New York nun seinen Einfluss auch in Europa ausweiten. Hamburg sei für Playbuzz als führender Medienstandort „die perfekte Stadt“, sagt Trivitt.

Die Plattform solle auch in Zukunft gratis bleiben und finanziere sich vor allem über Werbung. Mit führenden Webseitenanbietern teile man sich dabei die Einnahmen – rund 70 Prozent für die Anbieter und 30 Prozent für Playbuzz. Außerdem holte sich das Unternehmen Investitionen von 20 Millionen Dollar.

Ziel von Playbuzz ist es vor allem, Anwender durch interaktive Spiele dazu zu bewegen, länger auf einer Webseite zu bleiben. Werbung, die dem Format angepasst ist, soll dabei zur Finanzierung dienen. „Leser mögen keine herkömmlichen Werbebanner, Display-Anzeigen und automatisch abgespielte Videos“, meint Olmert. „Bei uns kann man etwa ein Quiz generieren, das ein paar Fragen stellt, und bevor man das Ergebnis sieht, muss man sich eine kurze Werbung anschauen.“ So entstehe ein Gefühl des Gebens und Nehmens und der Anwender werde nicht unnötig frustriert. „Ich will Geld verdienen, Du willst Inhalte umsonst – lass uns den Mittelweg finden, mit dem wir beide leben können.“

„In vieler Hinsicht ist das Internet heute das, was früher das Kino war“, meint Olmert. In der Vergangenheit habe das Kino den jeweiligen Zeitgeist widergespiegelt. „Man machte einen Film und die ganze Welt sprach darüber. Heute ist es das Internet, das weltweit die Diskussionen befeuert.“

Letztlich sei es irrelevant, ob diese Evolution gut oder schlecht sei, „sie existiert einfach“, meint Olmert. „Man muss sie annehmen und auf dieser Welle schwimmen. Wir müssen das Beste daraus machen.“

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