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Fligges Netzwelt : Patentiertes Kamera-Verbot

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Ein Infrarot-Signal könnte in Zukunft Menschen davon abhalten, Konzerte zu filmen.

von
erstellt am 29.Jun.2016 | 19:02 Uhr

Es ist ein gern verbreitetes Symbolbild für die heutige Konzert-Kultur: Auf der Bühne rockt eine Band im Scheinwerferlicht und im Vordergrund strahlen über den Silhouetten des Publikums die Smartphones. Statt sich voll und ganz auf das Geschehen vor der eigenen Nase zu konzentrieren, versuchen Konzertbesucher die besten Foto- und Videoaufnahmen zu ergattern. Anschließend friemeln sie an ihren Geräten herum, quälen sich mit der Frage welcher Filter und welcher Text für Facebook, Twitter und Youtube sie am besten dastehen lässt.

Zweifellos geht es in den meisten Fällen nicht darum, sich ein ganz persönliches Andenken zu bewahren. Das Internet ist voll mit Videos, die einfach nur zeigen sollen: Ich war hier – und ihr nicht! Dass das nicht nur Menschen ärgert, die ohne Smartphones im Blickfeld ihr Konzert genießen wollen, sondern auch die Künstler, ließ Adele vor kurzem durchblicken. Während einem ihrer Auftritte sagte sie zu einer Besucherin: „Können Sie bitte aufhören, mich zu filmen. Ich stehe leibhaftig hier. Das ist keine DVD. Das ist ein richtiges Konzert.“

Foto- und Videoverbote wurden bereits häufig gefordert. Nur scheiterten sie an der Praktikabilität. Guns N’Roses etwa ließen bei ihren vergangenen Konzerten Handys einsammeln und in verschließbare Täschen packen. So ganz wohl dürften sich die Smartphonebesitzer dabei auch nicht gefühlt haben.

Hoffnung macht jetzt Apple. Vom Konzern wurde am Mittwoch bekannt, dass er ein Patent für ein Infrarotsignal veröffentlicht hat, das Kameras ausschalten kann. Wann und wie die Technik zum Einsatz kommt, bleibt offen. Auch ob es tatsächlich von Apple erwünscht ist, Funktionen der eigenen Geräte zu unterbinden. Zu hoffen wäre es aber – gerade in einer Zeit in der ein Großteil der Privatsphäre dank sozialer Netzwerke bereits ein Medienereignis ist.

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