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Internet-Accounts : Passwort-Verwalter entlasten das Gehirn

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Neue Kennwörter für Internet-Accounts lassen sich durch technische Hilfen leichter verwalten.

Der aufgedeckte „Heartbleed"-Fehler beweist: Hundertprozentige Sicherheit im Internet gibt es nicht. Denn der gefährliche Programmfehler ist beileibe kein Einzelfall: Bereits im Januar schreckte das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) mit der Meldung auf, dass 16 Millionen Online-Identitäten geknackt wurden. Wie einfach es für Kriminelle ist, gängige Sicherheitsmechanismen auszutricksen, demonstrierte jüngst der Experte Sebastian Schreiber. Auf einer Technik-Demo in Hamburg gelang es dem Chef der IT-Sicherheitsfirma Syss innerhalb weniger Sekunden den Passcode eines Apple iPads zu überlisten. Mit seiner Vorführung bewies Sebastian Schreiber, dass sich heute niemand mehr sicher fühlen kann – egal, ob er mit Smartphone, Tablet, Notebook oder PC unterwegs ist.

Nur wer die Risiken kennt, kann etwas dagegen tun. Am besten ist es, sich für jeden Account ein spezielles Passwort zu überlegen. Dieses besteht aus wenigstens acht Zeichen, zusammengesetzt aus Groß- und Kleinbuchstaben, Zahlen und Sonderzeichen. Aber wer kann sich schon ein Kürzel wie „u?jAnXa/j“ merken? Diese Aufgabe übernehmen Passwort-Manager. Die Gehirn-Entlaster aus Bit & Byte dienen zum einfachen Verwalten aller Geheimcodes – von eBay über Amazon bis hin zum Homebanking. Die Software speichert alle Codes in einer verschlüsselten Datenbank ab und fügt die Zeichenfolgen fast automatisch in die dafür vorgesehenen Anmeldemasken ein. Der Manager selber wird durch ein Master-Passwort geschützt. Dieser Generalschlüssel, auch „Master-Passwort“ genannt, muss wirklich sehr gut bedacht sein. Speicherort: das Gehirn.

Passwort-Manager gibt es für alle Systeme – nicht nur für den Windows-PC. Anwender, die mit Firefox oder Chrome im Internet surfen, installieren sich am besten eine kostenlose Erweiterung für ihren Browser („Plug-in“). Da auch Smartphone-Besitzer in die Schusslinie der Cyber-Mafia gerückt sind, kommen auch sie nicht um eine Passwort-App herum. Doch Vorsicht: Studenten an der Universität Hannover fanden letztes Jahr heraus, dass Passwort-Manager für das Google-Betriebssystem Android ein Sicherheitsrisiko bergen. Um die Bedienung so einfach wie möglich zu gestalten, akzeptieren viele Programmierer von Passwort-Managern bewusst Sicherheitslücken in ihren Apps. Auch wenn das Problem inzwischen behoben sein mag, bleibt ein Unbehagen bestehen.

Fazit: Auch mit einem Passwort-Manager gibt es keine Garantie auf Sicherheit im Internet. Der Anwender sollte daher weiter regelmäßig seine Zugangscodes ändern und auf verdächtige Aktivitäten in seinen Accounts achten.

Drei Passwort-Manager im Kurzportrait:

AceBIT Passwort Depot 7
Das vielseitige und benutzerfreundliche Werkzug verschlüsselt Daten und speichert sie auf der Festplatte. Daher sind sie auch bei Hacker-Attacken sicher. Sicherungskopien der Kennwörterdateien lassen sich auf Wunsch im Internet oder auf externen Medien ablegen. Die Software eignet sich für Windows Android, iOS sowie Cloud-Dienste (zum Beispiel Dropbox). Preis: rund 29 Euro. www.password-depot.de

KeePass 2.26
Dieser empfehlenswerte Software-Klassiker erfreut sich großer Beliebtheit. Das erst im April 2014 aktualisierte Werkzeug beherrscht alle wichtigen Funktionen: Erzeugen von Kennwörtern, Verschlüsselung und übersichtliche Darstellung in Kategorien. Die Software läuft unter Windows und eignet sich für alle Internet-Accounts. Preis: gratis. http://keepass.info

Steganos Passwort Manager 15
Der Gehirn-Entlaster speichert Kennwörter und füllt Eingabe-Formulare fast automatisch aus. Praktisch: Die Datei mit den verschlüsselten Kennwörtern und eine portable Version des Tools lassen sich auf einem USB-Stick überallhin mitnehmen. Als Schutz vor Schnüffelprogrammen bringt die Software eine virtuelle Tastatur mit, über die der Anwender Kennwörter per Maus eingibt. Lob verdient der „Picpass“, bei dem der Anwender Bilder in einer bestimmten Reihenfolge anklicken muss. Die Software eignet sich für Windows, Android, iOS, Cloud-Dienste sowie die gängigen Browser. Preis: rund 20 Euro. www.steganos.de

 

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