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„Get Digital“ : Onlineshop aus Kiel – Wissen, was Nerds brauchen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Regale sind voller Spiel und Spaß: Im Kieler Onlineshop „Get Digital“ gibt es lauter Dinge, die das Nerd-Herz begehrt.

„Wir verkaufen hier einen simplen Stein mit USB-Kabel“, heißt es auf der Homepage. „Der Stein kann absolut gar nichts. Wirklich NICHTS.“ Bringt man so Produkte an den Mann? Bei der Kieler Stern & Schatz GmbH scheint das zu funktionieren. Nach eigenen Angaben ist der Onlineshop der größte seiner Art in ganz Deutschland. Das Besondere: Hier gibt es Dinge, die das Nerd-Herz begehrt. Unnützes ebenso wie Nützliches mit Witz wird aus dem Unternehmenssitz in Kiel-Wellsee verschickt – überwiegend an Computerfreaks und überwiegend innerhalb Deutschlands. „Wir selbst sind unsere Zielgruppe“, sagt Online Marketing Manager Bastian Krug. Doch was brauchen Nerds um die 30 so im täglichen Leben? Eine Wolldecke mit Ärmeln für lange Tage am Computer zum Beispiel – wenn die Arme stundenlang auf der kalten Arbeitsplatte abgelegt sind. Das Kieler Start-up sei vor ein paar Jahren das erste deutsche Unternehmen gewesen, das die Decken im Sortiment hatte, erzählt Geschäftsführer und Mitbegründer Florian Schatz. Das Produkt verkauft sich noch heute.

Im elterlichen Keller beginnt die Geschichte hinter „Get Digital“. Im Jahr 1992 – als Schüler der zwölften Klasse – druckten Philipp Stern und Florian Schatz, erste T-Shirts mit originellen Aufdrucken. „Aus reinem Eigennutz“, wie Schatz erzählt. Das, was die beiden wollten, gab es nämlich nirgends zu kaufen. Das Geschäft wuchs, neue Produkte kamen hinzu. 2002 ging es dann richtig los, die Stern & Schatz GmbH wurde geboren. Inzwischen habe der Onlineshop rund 1000 Produkte im Angebot (2012 waren es noch rund 600) und verarbeite 300 Bestellungen pro Tag (2012: 100 Bestellungen). Innerhalb von 3,5 Stunden verlasse jedes Paket die 1000 Quadaratmeter große Lagerhalle, betont Schatz. Ein 30-köpfiges Team arbeite daran, die Kunden zufriedenzustellen – und das ist nicht immer ganz einfach: „Nerds tendieren dazu, alles genau verstehen zu wollen“, weiß Schatz. „Das ist auch eine Herausforderung.“ So falle eben auch auf, wenn die auf Geschenkpapier gedruckten Formeln Fehler enthalten.

Rückmeldungen der Kunden sind bei dem Kieler Unternehmen aber gern gesehen. So lasse man auch die rund 50.500 Facebook-Fans mitreden, wenn es um die Entwicklung eigener Produkte geht. Gern werden hier Entwürfe zur Diskussion gestellt. Inzwischen würden immer mehr eigene Ideen umgesetzt, das Ziel: alle zwei Wochen ein eigenes Produkt wie eine Taschentuchbox in 70er-Jahre-Zauberwürfel-Optik inspiriert durch die US-Serie „The Big Bang Theorie“.

Aber auch auf brandaktuelle Gegebenheiten reagiert das Team: Seit gestern ist ein T-Shirt im Sortiment, dass die wegen Landesverrats angeklagten Journalisten von Netzpolitik.org in ihrer Arbeit unterstützen soll. Mit der Aufschrift: „Ich helfe Landesverrätern und das ist gut so“, soll Geld zusammenkommen. Außerdem auf dem Shirt: die IBAN-Nummer des Spendenkontos. Sie setzen sich für das ein, „wofür jeder Computerfreak steht“, sagt Schatz. Fünf Euro eines jeden verkauften Shirts werden gespendet. „Das ist nicht nur unser Engagement, sondern auch das unserer Kunden“, sagt Krug. „Da laufen schon die Drähte heiß.“

> www.getdigital.de

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erstellt am 03.Aug.2015 | 11:35 Uhr

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