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Nagars Netzwelt : Onlinebuchung nach Absurdistan

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Wer eine Reise bucht, kann was erzählen – denn skurrile Erlebnisse liefern die schönsten Anekdoten.

von
erstellt am 14.Apr.2016 | 19:03 Uhr

Juhu, die Reisesaison beginnt. Und dank hipper neuer Onlineportale sind lässig-urbane Apartments schneller gebucht als man den Jutebeutel packen kann. Außer man ist nicht aktiv genug in sozialen Medien. Das Online-Buchungsportal beäugte die Facebook-Faulheit einer Freundin mit Skepsis. Wie soll man sie denn bloß als echte Person identifizieren, wenn sie dort so selten etwas postet? Seit September hat die Digital-Asketin nichts mehr verlauten lassen.

Naja, das Buchungsportal hatte zwar ihre Telefonnummer, Adresse, Bankdaten und E-Mailadresse – aber das ist ja noch lange kein Indiz dafür, dass es sich bei ihr um eine echte Person handeln könnte. Ob sie denn nicht bei LinkedIn sei? Das würde auch gehen. Zur Not könne sie auch ein kurzes Video von sich drehen und einsenden... Ums abzukürzen: Statt das Filmchen abzuliefern, buchte die Freundin lieber woanders – die Forderung war ihr „zu bescheuert“.

Nun kann man ja verstehen, dass sich Anbieter von Ferienwohnungen absichern möchten. Aber ob nun ausgerechnet ein viel genutztes Facebook-Konto der Garant dafür sein soll, dass man nicht heimlich die Bude zerlegt, ist doch mehr als zweifelhaft. Auch die Frage, was man denn nun von einem gut gepflegten Facebook-Konto erwarte, hat das Unternehmen leider nicht beantwortet. Alben voller Urlaubsbilder? Mehr als 200 Freunde? Ein öffentliches Nein zu Reisekettensägen?

Es wird wohl weiter unklar bleiben, zumindest meldete sich die Pressesprecherin des Buchungsportals nicht zurück. Vielleicht gibt es sie ja aber auch gar nicht wirklich. Unter ihrem Namen findet man zwar ein Facebook-Profil, aber es ist nicht besonders informativ. Man kann nicht einmal öffentlich einsehen, wie viele Freunde sie hat. Reisebilder gibt es zwar mehrere, aber es soll ja Leute geben, die solche Bilder gefälscht haben – um Freunde zu beeindrucken. Oder um endlich einmal eine echte Reise buchen zu können.

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