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Christiansens Netzwelt : „Notgames“ – Verwirrung um die Nicht-Spiele

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Kein Wettbewerb, weder Spieler noch Verlierer – was aber macht die „Notgames” aus?

von
erstellt am 17.Aug.2015 | 14:58 Uhr

Weder Kategorie noch Genre, auch keine Kunstbewegung. Spaß machen sie schon, aber irgendwie auch nicht – da sind sich Fachpresse und Spielebegeisterte einig. Diese Beschreibung hilft nicht? Finde ich auch. Eins ist aber eindeutig: Das, wovon ich hier rede, trägt den Namen „Notgames“ (Nicht-Spiele) – das ist dann ja doch relativ klar. Es gibt Beispiele, bei denen User über eine VR-Brille in eine andere Realität gebeamt werden. Für mein Dafürhalten lockt diese Verwirrung allerdings nicht gerade potenzielle Nutzer aus der Reserve, denn es fällt Menschen meist leichter, wenn sie in Kategorien denken dürfen – mir zumindest. Aber vielleicht ist das heitere Begrifferaten auch Absicht, denn sonst könnten „Notgames” ja Gefahr laufen, zu Mainstream zu verkommen.

Damit das um Himmels Willen nicht passiert, trifft man weitere Vorkehrungen: So suchten sich die „Notgames”-Begeisterten für ihr Festival eine Zeit aus, in der sie weitestgehend inkognito bleiben konnten – und trafen sich bei einer Gegenveranstaltung zur Mainstream-Spielemesse Gamescom. Zur gleichen Zeit, in der gleichen Stadt. Ob Köln das wohl wusste?

So viel lässt sich über das mysteriöse Nicht-Genre herausfinden: Die Süddeutsche Zeitung beschreibt die „Notgames” als „interaktive Kunstwerke ohne Wettbewerb, Ziele, Gewinner und Verlierer”. Klingt irgendwie sympathisch und nach einer Möglichkeit zum Abschalten und Sich-berieseln-lassen, der Kunstbegriff fällt dann aber doch. Und ich höre beinahe die Tröte, die anzeigt, wenn ein verbotenes Wort genannt worden ist. Kennen Sie noch das Gesellschaftsspiel „Tabu”? Ich sehe da gewisse Parallelen.

Doch auch eine klare Richtung, einen inhaltlichen Tenor gibt es nicht: von Entspannung über Abenteuer bis zu düsterem Zukunftsszenario ist alles dabei.

Vielleicht will man sich aber auch nicht einfach festlegen – Schwammigkeit lässt schließlich Raum für Interpretationen.

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