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Christiansens Netzwelt : Neuartige Ransomware sorgt für moralisches Dilemma

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Eine neue Erpressersoftware könnte künftig das Gewissen der Internetnutzer auf die Probe stellen.

von
erstellt am 15.Dez.2016 | 19:02 Uhr

Ein falscher Klick, und die Festplatte ist verschlüsselt: In seinem diesjährigen Lagebericht hatte das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) festgehalten, dass insbesondere das Aufkommen von Verschlüsselungstrojanern seit Ende 2015 exorbitant angestiegen ist. Hinter der sogenannten Ransomware steckt eine fiese Masche: Die Schadsoftware verschlüsselt die Festplatte, an seine Daten kommt der Nutzer erst, nachdem er ein Lösegeld bezahlt hat – ob die Erpresser auch wirklich ihr Wort halten, ist natürlich Glückssache.

Doch damit anscheinend nicht genug: Sicherheitsforscher sind jetzt im Internet auf Bausteine einer Software gestoßen, die möglicherweise für eine neue Generation der Ransomware stehen. Künftig könnten die Opfer einer solchen Attacke vor die Wahl gestellt werden: entweder selbst Lösegeld zahlen oder dafür sorgen, dass Freunde und Bekannte ihre Rechner infizieren und das geforderte Lösegeld zahlen – dann erst gibt es die eigenen Daten wieder zurück.

Praktisch so ein Wirt: Die neuen Opfer vertrauen darauf, dass der vom Freund gesendete Link vertrauenswürdig ist, klicken darauf und infizieren ihren Rechner. Danach muss der „Freund“ das neue Opfer noch zur Zahlung der Lösegeldforderung bewegen – und die eigenen Daten sind wieder frei. Bleibt die Frage, die jeder für sich selbst beantworten muss: Lasse ich andere für meine eigene Schusseligkeit büßen? Ob die Rechnung aufgeht, ist außerdem fraglich: Denn eine Gewähr, die Daten tatsächlich wiederzubekommen, gibt es nicht. Sicher ist wohl nur, dass der Freundeskreis kleiner wird.

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