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Cloudspeicher : Netzpolitiker: Bürger müssen Kontrolle über Daten zurückbekommen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Internet-Nutzer, die Cloud-Dienste verwenden, verlieren oftmals die Kontrolle über ihre Daten. So lautet die These der Initiative „Free Your Data“, der sich die netzpolitischen Sprecher im Bundestag angeschlossen haben.

Oft genutzte Daten auf Cloudspeichern im Netz abzulegen, ist eine praktische Sache. Sie lassen sich von überall aufrufen, bearbeiten und mit anderen Nutzern teilen. Doch deutsches Datenschutzrecht gilt nur auf Online-Speichern, die in deutschen Rechenzentren abgelegt werden.

Die netzpolitischen Sprecher im Bundestag haben sich gestern parteiübergreifend einer Initiative angeschlossen, die ein neues europäisches Gesetz für bessere Kontrollmöglichkeiten der Bürger über ihre Daten auf den Weg bringen will. Die vom Hamburger Unternehmer Ali Jelveh gestartete Kampagne „Free Your Data“ will erreichen, dass jedes Unternehmen mit mehr als einer Million (wiederkehrenden) Nutzern auf Anfrage eines Users alle die mit ihm verbundenen Daten zur Verfügung stellen muss. Die Bereitstellung der Daten soll kostenlos, ohne Verzögerung und in einem maschinenlesbaren Format erfolgen.

Lars Klingbeil, netzpolitischer Sprecher der SPD, erklärte, die Kampagne sei ein spannender Versuch, mit digitalen Technologien das Recht auf informationelle Selbstbestimmung und Datensouveränität in der digitalen Welt durchzusetzen. „Es ist der Versuch aufzuzeigen, wer eigentlich welche Daten wofür verwendet und an wen verkauft – all dies ist Grundvoraussetzung von Datensouveränität und schon lange nicht mehr gegeben.“ Thomas Jarzombek (CDU/CSU-Fraktion) sagte, es sei unrealistisch zu glauben, dass Datensparsamkeit eine Antwort auf die steigende Datenflut sei: „Mehr Datentransparenz schafft hingegen Vertrauen und ermöglicht ganz neue Geschäftsmodelle.“

„Free Your Data“- Initiator Jelveh verwies auf die Schwierigkeiten, die Internet-Anwender hätten, auf der Basis des Rechtes auf informationelle Selbstbestimmung und des Bundesdatenschutzgesetzes (BDSG) einen Zugang zu den Daten zu erhalten. Theoretisch habe der Bürger einen Anspruch auf Datenauskunft. „In der Praxis bedeutet das allerdings: Die Anfrage muss schriftlich ergehen und wird in der Regel erst nach mehreren Rückfragen oder gar anwaltlichen Schreiben nach Wochen oder Monaten in Papierform beantwortet.“


> „Free Your Data“ betreibt auf der Internet-Plattform www.change.org eine Petition für mehr Transparenz.

Onlinespeicher auf deutschen Servern
Sowohl große Internetprovider als auch E-Mail-Dienstleister bieten Kunden meist einige Gigabyte (GB) kostenlosen Speicher für Fotos, Videos und Dokumente an. Häufig reicht es, sich eine kostenlose E-Mail-Adresse anzulegen, manche Anbieter räumen Kunden, die eigene Mediencenter-Apps herunterladen, zusätzlichen Speicher ein. Mehr Speicherplatz gibt es gegen Gebühr. Die Preise richten sich nach der gebuchten Speichermenge und der Vertragslaufzeit. Preise beginnen bei rund 90 Cent im Monat – je nach Anbieter erhält man dafür zwischen fünf und 20 GB.
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