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Bericht über Flatrate-Angebot : Musik-Streaming: Apple sagt Konkurrenz den Kampf an

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Flatrate-Dienste wie Spotify müssen sich warm anziehen. Apple soll einen neuen Service anbieten - und damit einen Streit über Gratis-Angebote anheizen.

shz.de von
erstellt am 02.Jun.2015 | 14:52 Uhr

New York | Apple steht nach einem Zeitungsbericht vor einem Großangriff im Markt für Musik-Streaming. Der iPhone-Riese werde auf seiner Entwickler-Konferenz in der kommenden Woche aller Wahrscheinlichkeit nach ein Konkurrenz-Angebot zu Flatrate-Diensten wie Spotify vorstellen, berichtete das „Wall Street Journal“ in der Nacht auf Dienstag unter Berufung auf eingeweihte Kreise. Der Tech-Gigant aus dem Silicon Valley, der den Online-Markt für Musik über Jahre mit seinem iTunes Store dominierte, versuche mit Macht den Übergang in die Streaming-Ära zu forcieren.

Apple ist die Nummer eins bei Musik-Downloads aus dem Internet - doch dieses Geschäft schrumpft. Immer weniger Nutzer laden sich Songs und Alben gegen Geld aus dem Internet herunter. Hingegen boomen Abo-Dienste, bei denen Musik direkt aus dem Netz abgespielt wird. Laut Insidern soll der neue Apple-Service zehn Dollar pro Monat kosten. Damit läge der iPhone-Konzern auf einem Niveau mit Konkurrenten wie dem aktuellen Marktführer Spotify.

Apple könne seine über iTunes aufgebaute Position nutzen, um Hunderte Millionen von Kunden, deren Kreditkarten-Daten registriert seien, zu einem Abo-Modell zu bewegen.

Apple heizt mit dem neuen Service den Streit darüber an, ob Streaming-Dienste ein werbefinanziertes Gratis-Angebot haben sollen. Die Musik-Konzerne drängen nach Informationen aus der Branche darauf, das Kostenlos-Angebot drastisch einzuschränken und schließlich ganz abzuschaffen. Apple sieht demnach keine Gratis-Variante vor, einige andere Dienste wie Napster oder Tidal haben sie auch nicht. Bei Spotify hingegen spielt das werbefinanzierte, für die Anwender kostenlose Angebot eine tragende Rolle. Nur rund jeder Vierte der insgesamt 60 Millionen Spotify-Nutzer zahlt für ein Abo. Bei dem französischen Anbieter Deezer ist der Anteil mit sechs von 16 Millionen etwas höher.

Apple sei spät dran im Streaming-Geschäft und arbeite auf Hochtouren daran, die nötigen Lizenzen mit den großen Labels wie Universal, Sony oder Warner Music auszuhandeln, heißt es beim „Wall Street Journal“. Sollte es vor der Konferenz zu keiner Einigung kommen, könne die Vorstellung auch auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden. Das sei jedoch unwahrscheinlich. Apple plane aggressive Vermarktung mit einer groß angelegten Werbekampagne.

Apple hatte im Vorjahr für etwa drei Milliarden Dollar die Firma Beats gekauft. Das Unternehmen von Rap-Mogul Dr. Dre und dem Musik-Produzent Jimmy Iovine ist vor allem für trendige Kopfhörer bekannt, bietet aber auch schon länger eine Musik-Flatrate an. Analysten hatten von Anfang an spekuliert, dass Apple es bei der relativ teuren Übernahme vor allem darauf abgesehen haben könnte.

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