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Whatsapp, Facebook oder ICQ : Multimessenger: Alle Chats auf einen Blick

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Viele Plattformen, viel Verwirrung. Viele Nutzer sind in unterschiedlichen Messengern aktiv. Multimessenger helfen, alle Gespräche in einem Programm zu bündeln.

Die Freundin schickt ein Bild per Whatsapp, die Sportgruppe organisiert sich über den Facebook Messenger, und ein alter Studienfreund schreibt hin und wieder über ICQ. Für das schnelle Austauschen von Chat-Nachrichten gibt es unzählige Dienste. Nutzen nicht alle Freunde und Bekannten die gleichen, erleichtert das die Kommunikation nicht gerade.

Muss man viele Kanäle überschauen, ist ein Multimessenger die richtige Wahl. Diese Programme erlauben den Zugriff auf verschiedene Messaging-Dienste. Das schafft Übersicht. Die gute  Nachricht: Die Programme gibt es sowohl für den Computer als auch für das Smartphone. Und die meisten kosten nichts.

Das Prinzip dahinter ist einfach: „Multimessenger integrieren mehrere Messenger-Protokolle in einer Anwendung“, sagt Hans-Georg Kluge vom Telekommunikationsportal „teltarif.de“. Dabei muss der Nutzer für jeden Dienst über einen eigenen Account angemeldet sein. Unterhaltungen zwischen verschiedenen Diensten sind meist nicht möglich, doch statt vieler einzelner Fenster auf dem Bildschirm ist alles an einem Ort und in einer Optik verfügbar.

Eigentlich sind Multimessenger bereits rund 15 Jahre alt. „Damals gab es für Computer verschiedene Chat-Netzwerke, die alle ein eigenes Protokoll benutzten, also ICQ oder AIM. Multimessenger docken an die Schnittstellen dieser Protokolle an und stülpen eine einheitliche Optik drüber“, erklärt Jörg Geiger von der Zeitschrift „Chip“. So kann der Anwender über ein einziges Programm mehrere Chat-Netzwerke nutzen. Diese Idee hat sich schließlich auch auf Smartphone-Apps übertragen. Besonders erfolgreich sind die Multimessenger hier laut Geiger bislang aber nicht: „Whatsapp und Facebook Messenger überflügeln hier alles und speziell Whatsapp will sich gar nicht irgendwo integrieren.“

Ob Windows, OS X, Linux, Android, iOS oder Windows Phone: Es gibt Multimessenger für alle Plattformen und Betriebssysteme – das Endgerät lässt sich somit prinzipiell frei wählen. „Dass es in der Praxis doch nicht so einfach ist, liegt eher an den Schnittstellen der einzelnen Messenger, weniger an den technischen Voraussetzungen der Endgeräte“, erklärt Geiger. Je nach Software sind die technischen Voraussetzungen unterschiedlich. In der Regel reichen handelsübliche PCs und Smartphones aus. Wichtig ist die Internetverbindung: „Die Messenger kommen bei mobiler Nutzung teilweise nicht gut mit Verbindungsunterbrechungen zurecht, insofern ist eine stabile Internetverbindung ganz hilfreich“, sagt Kluge. Solange keine Dateien wie Bilder oder Videos ausgetauscht werden, braucht man sich auch um den Datenverbrauch keine Sorgen machen.

Ab und an kommt es aber zu Problemen. Die Nachrichtendienste möchten ihre Kunden dazu bekommen, den Original-Client zu verwenden. „Manchmal ändern diese ohne Ankündigung Feinheiten im Protokoll, so dass die Multimessenger nicht mehr ordnungsgemäß funktionieren“, erklärt Kluge. So versucht etwa Whatsapp mittlerweile, einige Apps von Drittanbietern auszusperren. Die Entwickler nehmen aber meist sehr zeitnahe Anpassungen vor. Ein weiterer Vorteil: Multimessenger sind oft schlanker programmiert, sodass sie zum Teil schneller und zuverlässiger funktionieren. Funktionen wie Dateitransfer oder Sprach- und Video-Chats fallen manchmal weg.

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