Apple, Samsung & Co. : Mobiles Bezahlen: Zwischen Vision und Realität

Derzeit werden etwa 50 Milliarden Dollar über mobile Geräte abgewickelt, Tendenz steigend.
Derzeit werden etwa 50 Milliarden Dollar über mobile Geräte abgewickelt, Tendenz steigend.

Beim mobilen Bezahlen geht es um mehr, als nur heutige Kartenzahlungen über das Smartphone abwickeln zu lassen. Marktforscher sehen großes Potenzial.

shz.de von
05. Mai 2015, 02:45 Uhr

In Deutschland merkt man noch nicht viel davon - aber die Möglichkeit, mit dem Handy zu bezahlen, dürfte bald zum Standard werden. Nachdem Apple mit seinem iPhone-Bezahldienst Apple Pay in den USA vorpreschte, rüsten sich auch andere Schwergewichte des Smartphone-Marktes unter Hochdruck für den Konkurrenzkampf.

Apple trifft dabei auf bekannte Widersacher: Samsung stellte seinen eigenen Bezahldienst Samsung Pay an. Und auch Google arbeitet an einer Plattform, die allen Herstellern von Geräten mit seinem Betriebssystem Android die Integration eines Bezahldienstes erlauben soll.

Erst mit dem Einsatz der Fingerabdruck-Sensoren im neuen iPhone und Geräten der Konkurrenz bringt das Bezahlen mit dem Smartphone wirklich einen spürbaren Vorteil in Sachen Zeit und Komfort. Bei der Lösung von Apple kommt hinzu, dass die digitale Börse im iPhone eine komplett anonyme Bezahlung ermöglicht. Der Händler erfährt nur, dass er sein Geld erhalten wird, nicht aber den Namen den Kunden.

Beim mobilen Bezahlen geht es um weit mehr, als nur heutige Kartenzahlungen über das Smartphone abwickeln zu lassen. Aktuell gebe es auf der Welt 1,3 Milliarden Kredit- und sonstige Bankkarten, rechnete jüngst die Bank Morgan Stanley vor. Dem stünden 7,3 Millionen aktive Mobilfunk-Anschlüsse gegenüber. Damit gebe das Handy in großem Maßstab eine Chance, Bargeld-Zahlungen zu digitalisieren. In vielen Ländern Afrikas oder Asiens, in denen Millionen Menschen keine Bankkonten haben, wird Geld stattdessen per Mobiltelefon verschickt.

Die Marktforschungsfirma Forrester Research schätzt, dass allein in den USA im Jahr 2019 Zahlungen im Volumen von rund 142 Milliarden Dollar über mobile Geräte abgewickelt werden. Derzeit seien es etwa 50 Milliarden.

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