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Henningsens Netzwelt : Mittagstisch mit Trendbarometer

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Ständig kommt neue Software auf den Markt, immer wieder ein neues soziales Netzwerk ins Gespräch. Was hat heute noch Bestand?

von
erstellt am 03.Sep.2015 | 11:08 Uhr

Ein Salat mit Putenstreifen und Pilzen, eine Rhabarber-Schorle – und dazu der Abgesang auf die digitalen Errungenschaften der Neuzeit. „Ich bin seit gestern nicht mehr bei Facebook“, offenbart mir der Kollege. Immerhin ein Mitarbeiter aus der IT-Abteilung, nicht etwa ein Journalismus-Nerd, der seine Texte auf der Reiseschreibmaschine verfasst. Sein iPhone 6 liegt vor ihm, zwischen Olivenöl und Salzstreuer. „Früher hab’ ich damit schon morgens vor dem Aufstehen die Timeline gecheckt.“ Doch jetzt sei ihm aufgegangen, dass der neueste Klatsch auf Facebook irgendwie doch nicht glücklich macht. Nun freut sich der Kollege beim Aufwachen auf ein anderes Technik-Gadget, das in der Küche seinen Platz gefunden hat: eine chromglänzende Espressomaschine.

Ich würde Sie nicht mit meiner Mittagspause langweilen wollen, wenn mir nicht gestern eine alte Freundin ebenso glücklich und erfüllt von ihrem kürzlichen Facebook-Ausstieg berichtet hätte. Es ist unübersehbar: die User laufen Facebook in Scharen davon.

Sie haben es schon immer gewusst, dieses Internet wird sich auf Dauer nicht durchsetzen? Sorry, darauf lässt die Trendforschung zumindest im hippen Schleswig-Holstein noch keine belastbaren Rückschlüsse zu. Tatsächlich nimmt die Nutzung von Instagram und Snapchat zu – das belegen die Handys meiner Töchter. Auch Whatsapp kann an Reichweite zulegen. 30 Nachrichten gestern in unserem Familien-Chat, weil Sohnemann seinen Kopf durchsetzen will, sind neuer Rekord.

Fazit: Was gestern noch der letzte Hype war, ist morgen schon eine Randnotiz in den Weiten der Wikipedia. Unser Alltag wird nicht von Software bestimmt, sondern von wirklich wichtigen Dingen. Kaffeemaschinen.

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