Release-Datum : Microsoft-Update: Das wird neu mit Windows 10

Auf der CeBIT in Hannover wird das neue Betriebssystem Windows 10 für Smartphones und PC gezeigt.
Auf der CeBIT in Hannover wird das neue Betriebssystem Windows 10 für Smartphones und PC gezeigt.

Im Spätsommer gibt es eine neue Version von Windows 10. Ist der Umstieg kostenlos? Wenn ja, für wen?

shz.de von
21. Mai 2015, 06:00 Uhr

Unterschleißheim | Es soll ein Jahr des Umbruchs werden, ein Jahr der Innovationen: Der Software-Riese Microsoft schlägt zum 30-jährigen Jubiläum seines Betriebssystems Windows mit großen Neuerungen auf. Eine davon ist Windows 10, um das sich immer neue Gerüchte und Fragen ranken: Ist der Umstieg kostenlos? Wenn ja, für wen?

„Privatkunden mit Windows 7 und Windows 8.1 PCs bekommen Windows 10 kostenlos“, erklärt Markus Nitschke, Leiter des Geschäftsbereichs Windows für Endkunden, im Gespräch mit dem sh:z. Für zwölf Monate nach Veröffentlichung von Windows 10 ist ein kostenloses Upgrade – also ein Wechsel vom bestehenden auf das neueste Windows-System – möglich. Außerdem ist dann die anschließende freie Nutzung auf Lebenszeit des bespielten Gerätes gewährleistet. Jeder andere muss das neue System regulär kaufen. „Wir verdienen unser Geld im Lizenzgeschäft.“

Auch die Neugeräte beim Händler werden ab Ende des Jahres nur noch mit der neuesten Windows-Version erhältlich sein. In zwei bis drei Jahren sollen rund eine Milliarde Geräte mit Windows 10 im Umlauf sein, gibt Nitschke einen Ausblick. Damit wolle man die attraktivste Plattform für Entwickler werden.

Das sich hartnäckig haltende Erscheinungsdatum 29. Juli 2015 wurde bislang von Microsoft nicht bestätigt. „Im Spätsommer“, darauf könne man sich festlegen, heißt es im Gespräch mit Microsoft. Windows 10 werde dann auf alle Geräte angepasst nutzbar sein und sich dynamisch an die Oberfläche von Smartphone, Tablet und Co. anpassen.

Auch die Installation des neuen Systems werde sehr einfach sein, kündigt Microsoft an: „Mit einem Klick. Die Datensicherung übernehmen wir“, stellt Nitschke in Aussicht. Gespeicherte Webseiten oder Favoriten beispielsweise sollen automatisch übertragen werden.

Ab dem Tag der Installation sollen die Nutzer dann regelmäßig mit Updates versorgt werden, den traditionell monatlichen „Patch Day“, an dem Updates gesammelt bereitgestellt werden, wird es so nicht mehr geben. Auch dies ist neu in der Geschichte von Windows. „So sind die Kunden immer auf dem neuesten Stand“, sagt Nitschke. Und das System wird fließend weiterentwickelt, sodass es kein Windows 11 oder 12 mehr geben wird.

„Sicherheit ist das Wichtigste, was wir unseren Kunden geben können“, sagt Boris Schneider-Johne. „Passwörter waren mal eine gute Idee“, sagt der Produkt-Manager. User seien aber auf vielen Internetseiten angemeldet, nicht für jede hätten sie ein eigenes Passwort – das Problem: Übersichtlichkeit und Bequemlichkeit. So würde auch für das Software-Unternehmen die Einführung einer Zwei-Faktor-Identifizierung immer interessanter. Ob dann zusätzlich zum Passwort ein bekanntes Gerät, ein Fingerabdruck oder Gesichtserkennung nötig werde – vieles sei möglich. Um Datenschutz müsse man sich keine Gedanken machen, sagt Schneider-Johne: „Diese Daten verlassen den PC nicht.“ Sie würden intern auf einem verschlüsselten TPM-Chip (Trusted Platform Module) gespeichert, der von Microsoft nicht ausgelesen werden könne.

Eine weitere Neuerung ist der Assistent „Cortana“: „Das geht weit über Sprache hinaus“, sagt Nitschke. Es gehe um die Frage, wie man sein persönliches Leben durch eine technische Hilfe unterstützen kann. „Cortana kann lernen, wo ich wohne, wo ich arbeite“ – und bei Staugefahr den Nutzer erinnern, dass er zeitig losfährt. Natürlich sei auch hier Datenschutz ein Thema, sagt Nitschke. Wer soviel von sich nicht preisgeben möchte, könne „Cortana“ jedoch auch selektiv Dinge wissen lassen, vorhandene Daten einsehen und löschen oder das Programm komplett ausschalten, versichert der Microsoft-Sprecher. „Microsoft verwertet die Daten nicht“, versichert Schneider-Johne. Doch eine solche Dienstleistung sei nicht möglich, ohne Daten zu speichern. „Wir sehen persönliche Daten als sehr heilig an.“

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