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Maas’ Netzwelt : Messenger-App „Alrawi“ – Wenn Terroristen tricksen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Kommunikation wird überwacht, um Terrorismus zu bekämpfen – doch der schafft sich andere Wege.

von
erstellt am 18.Jan.2016 | 18:55 Uhr

Bis jetzt dachten wir, dass die Terrormiliz IS im Grunde wie wir kommuniziert, nämlich über Twitter, Whatsapp und Telegram. Offenbar hat der Islamische Staat aber auch eine eigene Messenger-App entwickelt. „Alrawi“ taucht natürlich nicht im Google Play Store auf. Sie müsse über verschlungene Wege von einer inzwischen nicht mehr existenten Webseite heruntergeladen werden, berichtet die Gruppe Ghost Security, die aus dem Hacker-Kollektiv Anonymous hervorgegangen ist.

Terror macht Angst. Und Angst ist ein schlechter Ratgeber. Angst führt häufig zu Kontrolle, zu verzweifelten Reaktionen, zu Überwachung. Den Terror (und die Angst davor) führen Sicherheitsbehörden als Grund für Eingriffe in die Freiheit des Einzelnen an. Ein Beispiel: die Vorratsdatenspeicherung.
Nach den Terroranschlägen von Paris forderte unter anderem die CIA ziemlich laut, Hintertüren in Software einzubauen und Verschlüsselungsstandards zu lockern, um die Kommunikation von Terroristen mitzuverfolgen – und die von unbescholtenen Bürgern.

Wie absurd diese Haltung ist, zeigt die IS-App: Wenn sich die Geheimdienste Hintertüren schaffen, bauen sich die Terroristen einfach eine neue, eigene verschlüsselte App. Sie, ich und große Teile der westlichen Bevölkerung würden natürlich weiter über unsichere Kanäle kommunizieren und ausgespäht werden können. Wegen der Terrorgefahr.

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