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iPad Air 2 und iPad Mini 3 : Panne oder Absicht? Wie Apple sich selbst leakte

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Blogger streuen oft Gerüchte, jetzt plauderte Apple selbst - zeitgleich mit Google-Neuigkeiten über das neue Nexus 9.

shz.de von
erstellt am 16.Okt.2014 | 10:28 Uhr

Um 19 Uhr präsentiert Apple im kalifornischen Cupertino seine neuen iPads - und veriet einen Tag zu früh für kurze Zeit Details zur neuen Generation. Abbildungen von ihnen steckten in einer Anleitung zur neuen Betriebssystem-Version iOS 8.1 im eigenen iBooks Store. Die Geräte heißen iPad Air 2 und iPad mini 3 und bekommen neben dem Fingerabdruck-Sensor auch einen Kamera-Modus für Serienaufnahmen. Inzwischen wurde der Screenshot wieder entfernt und gegen die noch aktuellen Modellbeschreibungen ausgetauscht.

Konzernchef Tim Cook muss bei dem Termin davon überzeugen, dass Tablets weiterhin eine relevante Produktkategorie sind. Zuletzt war das zunächst steile Wachstum des Marktes deutlich abgeflaut. Auch der iPad-Absatz schwächelte. Apple überträgt die Präsentation im Livestream. Doch die Vorstellung genießt nicht so viel Aufmerksamkeit wie die Keynote vor fünf Wochen mit der Präsentation der neuen iPhones und der Apple Watch. Dass Blogger Gerüchte streuen und Zulieferer oder Zubehörhersteller Details ausplaudern, gehört zu Apple Keynotes. Neu ist, dass Apple selbst dieser Fauxpas passiert - nach den Pannen #bendgate und #hairgate. Oder war es vielleicht Absicht, um Aufmerksamkeit zu erregen?

Zeitgleich zur Leak-Panne bei Apple veröffentlichte jedenfalls Google Informationen über neue Geräte. Das Unternehmen will sein neues Modell Nexus 9 mit Hilfe einer Tastatur mit Magnet-Anschluss auch als Notebook nutzen lassen. Zudem ist die neue Version seines Mobil-Betriebssystems Android fertig. Beim Flaggschiff-Smartphone Nexus 6 setzt Google auf einen noch größeren Bildschirm als beim neuen iPhone 6 Plus von Apple. Die neue Version des weltweit meistbenutzten Smartphone-Betriebssystems Android heißt Lollipop - entsprechend der Unternehmenstradition, die Varianten nach Süßigkeiten zu benennen.

Lollipop soll auf Smartphones, Tablets und Fernsehern gleichermaßen flüssig laufen, kündigte Google-Manager Sundar Pichai am Mittwoch in einem Blogeintrag an. Suchanfragen, Apps und Musik sollen nahtlos auf mehreren Geräten genutzt werden können. Lollipop kommt auf die neuen Nexus-Geräte, sowie Anfang November auch auf frühere Modelle. Google hatte einen ersten Ausblick auf das neue Betriebssystem bereits im Juni gegeben, damals noch unter dem Namen Android L. Das Google-System Android hatte im Smartphone-Geschäft zuletzt einen Marktanteil von über 80 Prozent.

Google platziert dabei sein neues Tablet mit einem 8,9-Zoll-Bildschirm zwischen der Größe der beiden Apple-Modelle. Bei Google wurde das neue Smartphone Nexus 6 gemeinsam mit Motorola entwickelt, das Tablet Nexus 9 mit HTC. Laut US-Medienberichten sollen die neuen Geräte fast so teuer angeboten werden wie Apples jüngste Produktgeneration. Bislang waren sie stets deutlich günstiger. Das Nexus 6 soll mit einer Display-Diagonale von 5,9 Zoll einen größeren Bildschirm als das iPhone 6 Plus (5,5 Zoll) und in den USA 649 Dollar kosten. Damit wäre es immer noch 100 Dollar günstiger als das Apple-Gerät. „Wir haben großen Respekt vor dem, was Apple macht. Aber wir haben einen ganz anderen Ansatz“, sagte Pichai dem „Wall Street Journal“. Während Apple seine Geräte grundsätzlich selbst entwickelt, stellt Google das Android-System allen Herstellern zur Verfügung. Die Geräte der Nexus-Reihe waren von Anfang an als eine Art Referenzmodelle gedacht.

Neben dem Smartphone und dem Tablet wurde am Mittwoch auch die TV-Box Nexus Player vorgestellt, die Videos aus dem Internet auf den Fernseher bringen kann. Sie kostet mit 99 Dollar soviel wie ähnliche Geräte etwa von Apple und Amazon. In Deutschland wird über einen Einstiegspreis von 569 Euro für eine Version des Nexus 6 mit 32 Gigabyte Speicherplatz spekuliert.

Entsprechende Screenshots von Händlerseiten wurden unter anderem in „Cashys Blog“. Die neuen Geräte sollen demnach nicht nur über den hauseigenen Google Play Store, sondern auch über große Ketten wie Media Markt, und Saturn sowie Online-Händler wie Amazon und Otto verkauft.

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