App „Lübeck4me“ : Mein Lübeck – Stadtgeschichte für die Hosentasche

Moderne Reise in die Vergangenheit: Das Projekt „Lübeck4me“ soll Geschichte und Gegenwart auf mobilen Geräten verbinden.
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Moderne Reise in die Vergangenheit: Das Projekt „Lübeck4me“ soll Geschichte und Gegenwart auf mobilen Geräten verbinden.

Mit dem Projekt „Lübeck4me“ soll ein ganz persönliches virtuelles Gedächtnis der Stadt Lübeck entstehen – zum Mitnehmen auf dem Smartphone . Bürger und Besucher sind zum Mitmachen aufgefordert.

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02. Mai 2015, 04:00 Uhr

Welche Geschichten, welche Geheimnisse liegen noch verborgen in den Kellern der Hansestadt? Oder in den Köpfen der Menschen? Wahrscheinlich „ein ganzer Haufen an Infos“, vermutet Ralf-Ingo Koch. Mit dem gemeinnützigen Projekt „Lübeck4me“ (frei übersetzt: Mein Lübeck) soll eine Art virtuelles Gedächtnis entstehen, das helfen soll die Geschichte Lübecks zu bewahren – für Besucher, Bürger sowie deren Kinder und Enkel. „Wir wollen ein Stück Ewigkeit schaffen“, sagt der Projektmanager und Dozent der Fachhochschule Lübeck.

Dafür setzt Koch auf die Mithilfe der Menschen, denn: „Geschichtsschreibung ist ein mühsames Geschäft.“ Doch nicht nur die Inhalte, auch das Angebot selbst soll nach den Bedürfnissen derjenigen gestaltet werden, die „Lübeck4me“ nutzen sollen: „Wir müssen noch verifizieren, welche Infos für die Menschen wichtig sind. Die Leute sollen sich engagieren, mitreden.“ Neben historischen Karten, Bildern und Fakten gehe es auch um das ,Heute’, erklärt Koch. Stadtrundgänge, Pläne für den öffentlichen Nahverkehr oder ein Gastronomieverzeichnis beispielsweise könnten ebenso ihren Platz finden wie aktuelle Stadtpläne, in denen jedes Gebäude mit seiner Historie verzeichnet sein wird. „Wir wollen jede Info in Lübeck verorten, sodass man in der Vergangenheit zurückreisen kann.“

Das Projekt werde klar für Mobilgeräte konzipiert und lasse sich unterwegs über die Smartphone-App nutzen, erklärt Koch. Ende August sollen die Ergebnisse der Befragung öffentlich zusammengetragen, ab Herbst das Projekt soweit gestaltet sein, dass es nutzbar ist. Die kostenlose App könne man zwar bereits herunterladen, bislang sei sie jedoch nur wie die Webseite nutzbar, die fertige App-Version werde voraussichtlich im Frühjahr 2016 folgen.

Eine besondere Idee hat Koch noch im Ärmel: Jeder könne „Lübeck4me“ ganz persönlich gestalten und seine Geschichte – sein persönliches digitales Vermächtnis – dort hinterlegen können, öffentlich zugänglich oder nur für einen eingeschränkten Personenkreis. „Heute sind Familien anders organisiert“, erklärt Koch. „Die meisten Leute haben ihre Fotos heute auf der Festplatte“, ins klassische Fotoalbum schaffen es nicht mehr alle Bilder. Außerdem seien so Erinnerungen jedem Familienmitglied zugänglich, ganz egal, wo auf der Erde es gerade lebt. Ein solches Angebot innerhalb des gemeinnützigen Projekts müsste hingegen kostenpflichtig sein, sagt Koch. Denn auch nach der Förderphase, in der die Possehl-Stiftung die vollen Kosten für „Lübeck4me“ übernimmt, müsse kostendeckend gearbeitet werden. Wie die Finanzierung aussehen soll, sei jedoch noch nicht festgelegt.

„Das Angebot soll ein Erlebnis sein“, stellt Koch in Aussicht. Für ihn selbst ist es das bereits: „Ich bin selbst Lübecker Es ist schon etwas Besonderes, wenn man so etwas für seine Heimatstadt machen kann.“

> Mitmachen im Netz über Facebook und das Forum sowie den Blog unter www.luebeck4me.de

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