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Digitale Städtereise : Lübeck.de: Schöne Stadt hässlich im Netz

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Krautig und unübersichtlich: Die offizielle Webseite der Stadt Lübeck soll attraktiver werden. Anlass genug für eine digitale Städtereise durch SH.

von
erstellt am 18.Mär.2016 | 18:39 Uhr

Lübeck ist eine der schönsten Städte in Schleswig-Holstein. Die roten Backsteingebäude, die geheimnisvollen Gänge und die alten Höfe sind Ziel für zahlreiche Touristen. Wer Lübeck nicht kennt, könnte nach einem Besuch der offiziellen Stadtseite lübeck.de meinen, das Urlaubsziel sei ein rückschrittliches, wenig attraktives Nest. Krautig und unübersichtlich zeigt sich die schmucke Hansestadt online: Ein Wirrwarr von Menüs, briefmarkengroße Bilder – und der Drang, alle Informationen auf die Startseite zu quetschen, machen wenig Lust auf einen Streifzug.

In der Hansestadt steht die veraltete Seite in der Kritik und soll demnächst überarbeitet werden. „Der Anlass für einen Relaunch ist neben einem veralteten Design auch die dahinter stehende Technik“, erklärt Pressesprecherin Valessa Glisovic. Wie alt das heutige Design ist, konnten auf Nachfrage weder die Stadt noch der technische Betreuer Lynet beantworten. Sie dürfte in etwa zehn Jahre alt sein, schätzt man bei Lynet. Ziel sei es jetzt, die Homepage zu einem Portal weiterzuentwickeln, das künftig den Einstieg in die digitale Verwaltungswelt bilde. Ein genaues Konzept gebe es noch nicht.

Offizielle Stadtseiten müssen einen kleinen Spagat schaffen: Sie sollten – zumal im Tourismusland Schleswig-Holstein – für Urlauber attraktiv wirken und gleichzeitig für die Bewohner den alltäglichen Service anbieten. Grund genug für eine digitale Städtereise.

Die Minimalisten

flensburg.de fängt die teilweise unterschiedlichen Interessen von Urlaubern und Einheimischen direkt auf der Startseite auf. Auf einem großen Bild von der Förde befinden sich zwei Boxen, von denen eine „Urlaub in Flensburg“ bewirbt, die andere „Zum Rathaus“ führt. Sonst gibt es auf der Startseite keine weiteren Informationen. Das könnte für ausländische Touristen zu minimalistisch sein – zumindest, wenn man kein Deutsch spricht. Auch schleswig.de setzt auf Übersichtlichkeit und bietet drei kleine Bilder mit Links zu Verwaltung, Tourismus oder Bauen und Wirtschaft. Darüber eine Suchfunktion, darunter aktuelle Meldungen.

Die Schmucklosen

Das Motto „viel hilft viel“ verfolgt nicht nur Lübeck. Mehrere Städte im Norden bieten ein digitales Sammelsurium an – wenn auch keiner mit dem gleichen konsequenten Mut zur Hässlichkeit. neumünster.de und itzehoe.de verzichten auf große Bilder und schrecken Touristen mit Meldungen zu Flächennutzungsplänen und Innenstadtverkehrskonzepten ab. Mehr Mut zu größeren Bildern von schönen Ecken dieser oft unterschätzten Städte würde den Online-Visitenkarten gut tun.

Die Pragmatischen

Die meisten Städte-Webseiten bieten eine Mischung aus Impressionen und Informationen, beispielsweise husum.de,norderstedt.de, elmshorn.de und kiel.de. Dabei verlinken Norderstedt und Husum unter dem Punkt Tourismus auf für Besucher gestaltete Seiten. Die große Reiselust wecken die Startseiten aber nicht.

Die Schönen

Dass sylt.de die Insel touristisch bewirbt, überrascht kaum. Verwaltung und Tourismus werden strikt getrennt: Für Insulaner gibt es die völlig schmucklose Seite gemeinde-sylt.de. Dabei hätte man – wie rendsburg.de beweist– die Interessen von Touristen und Einheimischen auf einer Seite auffangen können. Denn auch wer gerade nur schauen möchte, wann das Rathaus geöffnet ist, freut sich über die schönen Bilder der Stadt. Und der Tourist kann doch gerne erfahren, wie die Rendsburger ihre Schwebefähre retten wollen.

 
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