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Dreyklufts Netzwelt : Leute, bleibt ruhig, es ist nur die NSA

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Dem US-Geheimdienst gelingt ein äußerst komplexer Cyberangriff. Die Diskussion über dieses illegale Tun bleibt bemerkenswert gelassen, meint unser Kolumnist.

Der am Dienstag bekannt gewordene Geheimdienst-Angriff auf Festplatten ist in vielerlei Hinsicht bemerkenswert. Da ist die technische Raffinesse. Die Steuersoftware von Festplatten zu infizieren galt bislang als extrem schwer. Der Entdecker der Schadsoftware, die russische Virenschutzfirma Kaspersky nennt nicht die NSA als Urheber. Durch auf Spiegel Online bereits 2013 veröffentlichte Snowden-Dokumente war aber bekannt, dass die NSA an solcher Software arbeitet. Nun gibt es einen Beleg. Bemerkenswert ist auch, dass es keinen Schutz für die Betroffenen gibt, außer dem Austausch der Festplatte.

Datenblatt zum NSA-Spähwerkzeug „Iratemonk“, wie es 2013 von Spiegel Online veröffentlicht wurde.
Datenblatt zum NSA-Spähwerkzeug „Iratemonk“, wie es 2013 von Spiegel Online veröffentlicht wurde. Foto: Screenshot spiegel.de

Datenblatt von „Iratemonk“, wie es 2013 von Spiegel Online hier veröffentlicht wurde.

Äußerst bemerkenswert finde ich den Umgang von Politik und Öffentlichkeit. In der breiten Öffentlichkeit ruft die Änderung von Facebook-AGBs einen Aufschrei hervor. Der Angriff der NSA wird vorwiegend in Fachkreisen diskutiert. Das Thema ist wohl technisch zu komplex, die meisten Opfer in Asien und weit weg. Was soll man schon gegen Schadprogramme haben, die iranische Nuklearanlagen lahmlegen oder russische Server? Und dann ist es mit Kaspersky auch noch ein Russe, der das veröffentlicht!

Die Politik reagiert mit Schweigen. Offizielle Position der Bundesregierung bleibt, Verschlüsselung von Daten im Netz nur dann zu erlauben, wenn die Behörden einen Nachschlüssel besitzen. So sollen Kriminelle und Terroristen ausgehebelt werden.

Ausspähen und Sabotage sind illegal. Auch ganz normale Unternehmen sind verwundbar. So gab es bislang zwei Schadprogramme, die Schäden an Anlagen angerichtet haben. Stuxnet, vermutlich durch die NSA. Und ein anderes Programm, das laut Bundesamt für die Sicherheit in der Informationstechnik (hier auf Seite 31) einen Hochofen in einem deutschen Stahlwerk beschädigte.

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erstellt am 17.Feb.2015 | 17:39 Uhr

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