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Nagars Netzwelt : Lahme Ente in der Formel 1

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Mit ein bisschen Copy-Paste in die Sportnachrichten.

Die Nachricht flitzte bereits am Mittwoch wie ein Silberpfeil durchs Netz: Sebastian Vettel wechselt zu Ferrari. Na endlich, dachte sich da so mancher Formel1-Fan, wurde doch bereits länger auf diese Meldung gelauert. Doch manchmal lohnt sich vor dem reflexartigen Weiterblubbern der Neuigkeit ein kurzer mentaler Boxenstopp. In diesem Fall beim Twitter-Konto, das Ursprung der Nachricht war. @ScuderiaFerrarl heißt dieser (ja, mit kleinem l am Ende), hat bisher sieben Tweets gesendet und 35 Follower. Hochseriös also. Die Deutsche Presse-Agentur (dpa) fiel drauf rein – und damit ein Großteil der Onlinemedien und eine Reihe von Twitternutzern.

Immerhin kam am Donnerstag der entsprechende Vettel-Tweet von der richtigen Ferrari-Seite, die immerhin 935.000 Follower vereint und durch ein weißes Häkchen neben dem Namen als offiziell gekennzeichnet wird. Alles wieder gut also. Doch was bleibt ist die Verwirrung – und Verwunderung, wie leicht es dank sozialer Medien manchen Einzelpersonen gelingen kann, die halbe Sportwelt zu täuschen. Da reicht es offenbar, ein paar Fotos zu mopsen und einigermaßen glaubwürdige Statements abzugeben. Denn nicht nur Formel1-Piloten wollen die schnellsten sein, auch Twitternutzer verteilen die Neuigkeiten liebend gern in Echtzeit. Schließlich ist das auch Sinn und Zweck der Sache.

So schön der Gedanke des globalen Dorfschnacks auch ist, er birgt an genau dieser Stelle seine Risiken. Ist Vettels Frühstart bei Ferrari noch vergleichsweise drollig, kann an anderer Stelle gefoppt, bewusst getäuscht oder gar manipuliert werden. Da funktioniert die Twittergemeinde nicht anders als die Gerüchteküche im Angeliter Kuhdorf – nur dass die Folgen weltweit sein könnten.

Die Frage nach der Wahrheit, das Erkennen von Lüge und Täuschung, ein gesundes Hinterfragen ist online wie offline eine der schwierigen Aufgaben im Miteinander. Das wird wohl auch so bleiben – und ist schon seit Urzeiten so. Aus nahezu sicherer Twitterquelle wurde bestätigt: „Schon die Marktschreier im alten Ägypten sind auf unseriöse Tweets hereingefallen.“

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erstellt am 21.Nov.2014 | 09:30 Uhr

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