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Neues Apple-Handy : Kunden-Ansturm auf iPhone X lässt Wartezeiten in die Höhe schnellen

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Das iPhone X ist mit über 1000 Euro das teuerste Telefon, das Apple bisher auf den Markt gebracht hat.

shz.de von
erstellt am 27.Okt.2017 | 15:45 Uhr

Cupertino/Berlin | Apple hat bei seinem bisher teuersten iPhone-Modell mit einem enormen Kundenansturm zu kämpfen. Rund eineinhalb Stunden nach dem Start der Vorbestellungen für das neue iPhone X rutschte die Wartezeit am Freitag auf fünf bis sechs Wochen. Dabei blieb es dann allerdings auch. In Deutschland stürzte unter der Last der Anfragen das System für die Bearbeitung von Ratenzahlungen im Apple Store ab.

Branchenbeobachter und Börsianer erhoffen sich von der Entwicklung der Lieferzeiten im Tagesverlauf Hinweise darauf, wie viele der neuartigen Geräte der Konzern ins wichtige Weihnachtsgeschäft bringen kann. Nach Schätzungen des Analysten Ming-Chi Kuo von KGI Securities könnte Apple bis Weihnachten nur 20 bis 30 Millionen Geräte des iPhone X auf den Markt werfen und zum Verkaufsstart nur um die drei Millionen verfügbar haben.

Das Weihnachtsgeschäft mit frischen iPhone-Modellen ist für den Konzern traditionell die lukrativste Zeit. Vor einem Jahr machte Apple in dem Quartal einen Rekordumsatz von 78,4 Milliarden Dollar und machte dabei einen Gewinn von 17,9 Milliarden Dollar. Insgesamt wurden 78,3 Millionen iPhones gekauft. Die Telefone machten damit in diesem recht typischen Weihnachtsquartal über zwei Drittel des gesamten Apple-Geschäfts aus.

Wie sich iPhone 8 und iPhone X unterscheiden

Apple hat am Dienstag gleich drei neue Smartphone-Modelle vorgestellt: Zwei Versionen eines iPhone 8, das weitgehend dem bisherigen Design und Preispunkten folgt und ein runderneuertes iPhone X, das in Europa ab 1149 Euro kostet. Sie unterscheiden sich nicht nur beim Preis:

- Display: Das iPhone 8 gibt es weiterhin in zwei Versionen: das Standard-Modell mit einer Bildschirmdiagonale von 4,7 Zoll und die Plus-Ausgabe mit 5,5 Zoll. Das iPhone X kommt als erstes Smartphone von Apple mit einem OLED-Display daher. Es ist 5,8 Zoll groß - aber da Apple den bisher üblichen Rahmen auf ein Minimum gedrückt hat, geht das Gehäuse nur etwas über die Abmessungen des iPhone 8 hinaus.

- Identifikation: Während das iPhone 8 wie bisherige Modelle auf den Fingerabdruck-Scanner setzt, blieb dafür im iPhone X mit dem riesigen Bildschirm kein Platz. Konkurrenten aus der Android-Welt verlegten den Sensor auf die Rückseite ihrer Geräte. Apple verzichtete am Ende ganz darauf, auch wenn zwischendurch über Versuche berichtet wurde, den Scanner direkt ins Display zu integrieren. Stattdessen setzt das iPhone X auf Gesichtserkennung. Dafür sind am oberen Rand des Bildschirms diverse Sensoren untergebracht, die Nutzer auch bei unterschiedlichen Frisuren oder mit und ohne Bart identifizieren sollen.

- neue Funktionen: Ein Nebeneffekt der Gesichtserkennung ist, dass die Sensoren die Mimik von Nutzern einfangen können und sie in Echtzeit auf animierte Emoji - «Animoji» - übertragen können. Sie kann man entsprechend nur mit dem iPhone X erstellen. Kabelloses Aufladen beherrschen sowohl das iPhone 8 als auch das iPhone X, genauso wie einen neuen Porträt-Belichtungsmodus mit digitaler Bildbearbeitung.

 

In diesem Jahr läuft jedoch einiges anders: Apple stellte die neuen iPhones zwar wie gewohnt im September vor. Aber in den Handel kam zunächst nur das iPhone 8, das in seinen zwei Größen bei zahlreichen Neuerungen im Inneren das seit 2014 kaum veränderte Design behielt. Marktbeobachtern zufolge sind die Verkäufe nur mäßig, weil viele Apple-Enthusiasten auf das iPhone X warten.

Das iPhone X ist mit einem Startpreis von 1149 Euro in Europa und 999 Dollar vor Steuern in den USA das teuerste, das Apple bisher auf den Markt gebracht hat. Investoren erwarten dadurch höhere Einnahmen für Apple aus, weil sie dennoch mit starkem Interesse der Kunden rechnen. Allerdings dürfte es nach ihrer Schätzung diesmal länger dauern, bis die Produktion die Nachfrage befriedigen kann.

Apple ließ am Freitag zunächst viele seiner Kunden auf den Start der Vorbestellungen warten. Die Website wurde für zahlreiche Interessenten erst rund zehn Minuten nach der angekündigten Zeit 9.01 Uhr MESZ freigeschaltet. Die Lieferzeit sprang sofort auf zwei bis drei Wochen hoch. Damit konnten nur wenige Kunden einen Auslieferungstermin zum Marktstart am 3. November ergattern. Bei der Handelsplattform Ebay tauchten schnell Weiterverkaufs-Angebote mit saftigen Preisaufschlägen auf. So wurden für das bei Apple 1319 Euro teure Modell mit 256 Gigabyte Speicher bis zu 4990 Euro angefragt.

Laut Berichten von Medien und Analysten sorgten zuletzt Engpässe bei Sensoren für das System zur Gesichtserkennung dafür, dass die Produktion langsamer anfuhr als geplant. Das iPhone X ist das erste Apple-Smartphone, bei dem das Display praktisch die gesamte Frontseite einnimmt. Dadurch kann ein Bildschirm mit einer Diagonale von 5,8 Zoll in eine Gehäuse gepackt werden, das nur ein wenig größer ist als beim kleineren der beiden bisherigen iPhone-Modelle. Apple ersetzte dabei den bisher üblichen Fingerabdruck-Scanner („Touch ID“) durch Gesichtserkennung („Face ID“) mit Hilfe eines komplexen Systems mit Infrarot-Technik.

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