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Augmented Reality : Kultur 4.0 – Die Digitale Reise in eine andere Welt

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Mit dem Tablet ins Abenteuerland: In Berlin nutzen Kunst- und Kulturschaffende „Augmented Reality“ bereits. Auch in Schleswig-Holstein zeigt man sich beeindruckt.

von
erstellt am 18.Sep.2015 | 18:41 Uhr

Der Traum vom Zeitreisen wird immer realer. In Berlin können Touristen eine App nutzen, mit der sie über ihr Smartphone oder Tablet erleben können, wie es zu Zeiten des Mauerbaus war. Man hält das Gerät an bestimmten Orten in der Stadt vor sich und bekommt auf dem Bildschirm mit Videos zu sehen, was vor mehr als 50 Jahren passiert ist. Das alles ermöglicht „Augmented Reality“, eine Art digital erweiterte Realität. Mit ihr erkennen die mobilen Geräte grafische Elemente in der echten Umgebung und setzen Dinge auf dem Bildschirm in Bewegung.

Und was es in Berlin schon gibt, könnte auch in Schleswig-Holstein Realität werden. Erste Beispiele wie eine Foto-Safari quer über die Insel Sylt gibt es bereits. Weitere Projekte sollen folgen. Im Nordkolleg in Rendsburg haben sich nun Vertreter verschiedener Kultureinrichtungen auf Einladung des Kulturministeriums bei einem Seminar schlau gemacht, wie sie digitale Erlebnisräume, so genannte Smart Places, erschaffen können. Die Referenten Frank Tentler aus Oberhausen sowie Axel Watzke und Martin Adam aus Berlin sprachen mit ihnen über Herausforderungen und Chancen der Digitalisierung im Kulturbereich.

Zunächst gehe es darum, gute Geschichten zu erzählen, meint Frank Tentler. „Aber die tollsten Inhalte verpuffen im Nichts, wenn man nicht in der Lage ist, sie spannend zu erzählen“, sagt der Referent. Dabei hilft die neue Technik, denn dank der Geräte hat man alles in der Hosentasche, was man für ein solches Abenteuer benötigt.

Aber nicht alles, was auf den ersten Blick gut aussieht, ist auch sinnvoll. „Es gibt aktuell 3,7 Millionen Apps. Davon wurden 95 Prozent aber so gut wie noch nie genutzt“, weiß Martin Adam. Demnach müssen die Kultureinrichtungen aufpassen, keine unnötigen Apps zu produzieren. Denn der Spaß hat natürlich auch seinen Preis. Für eine App wie Timetraveler muss man mit 40.000 Euro rechnen. Entwickelt man jedoch eine sinnvolle App, kann sich die Investition auszahlen. Wenn die Anwendung häufig genutzt wird wird das mobile Angebot für Sponsoren interessant. „Das ist das Marketing der Zukunft“, sagt Axel Watzke.

Das lässt Anne Ipsen aufhorchen. Die Geschäftsführerin vom Fledermauszentrum Noctalis in Bad Segeberg informiert sich ununterbrochen über neue Möglichkeiten, die Welt der kleinen Säugetiere den Besuchern zu erklären. „Bei uns gibt es schon einen Audio-Guide, Infos per QR-Codes sowie eine Website, die für Smartphones geeignet ist“, sagt Ipsen, „aber was wir hier sehen, wäre auch etwas für uns.“ Sie kann sich vorstellen, mit Hilfe von „Augmented Reality“ auf dem Außengelände am Kalkberg Infos per Videos zu vermitteln.

Wann diese Technik in schleswig-holsteinischen Kultureinrichtungen Einzug hält, und so auch Zeitreisen durch die Geschichte des nördlichsten Bundeslandes möglich werden, ist offen.

> Beispiele für „Augmented Reality“ in der Kultur gibt es im Video: http://timetraveler.berlin/

 

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