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Fligges Netzwelt : Kopfgeld auf den Chef

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Business Software Alliance sorgt mit einer Kampagne gegen Raubkopien in Unternehmen im Internet für Furore.

von
erstellt am 23.Okt.2014 | 18:42 Uhr

Da stockt der Angestellten der Atem. Für 20 Prozent mehr Umsatz hat sie mit ihren Überstunden gesorgt. Und was meint der Chef: „So toll war Ihre Leistung auch nicht. Bei der Wirtschaftslage können Sie froh sein, wenn Sie einen Job hier haben.“ Sagt er und zündet sich eine Zigarre an. „Du aber auch, hier ist ja nicht ’mal die Software legal“, hört man die Gedanken der jungen Frau.

Mit dieser Szene sagt die Business Software Alliance (BSA) der Softwarepiraterie den Kampf an. Denn: „Es gibt gute Gründe, illegale Software zu melden“, heißt es am Ende des Werbespots. Die Kopfgeldjagd ist damit eröffnet. Denn wer seinen Chef verpfeift kann mit einer Belohnung rechnen. „Die Belohnung für Hinweise auf unlizenzierte Software in Unternehmen kann bis zu zehn Prozent der Schadensersatzzahlung betragen – bis zu einer Obergrenze von 10 000 Euro“, sagt BSA-Deutschland-Chef Georg Herrnleben.

In den Kommentarspalten des Internets zieht er damit Unmut und Spot vieler Nutzer auf sich. Von „Stasi 2.0“ und „Denunziantentum“ ist dort die Rede. Kein Wunder, wiegelt der Spot doch Mitarbeiter gegen Unternehmen auf und stiftet zur Rache gegen Vorgesetzte an. Hinzu kommt, dass eine Belohnung nur dann gezahlt wird, wenn die BSA erfolgreich gegen ein Unternehmen vorgeht. Wer seinen Job aufs Spiel setzt, muss sich darüber im Klaren sein.

Wild West in der Software-Branche. Doch bei aller Fragwürdigkeit der BSA-Kampagne: Wer die Polizei in einem Supermarkt auf einen Taschendiebstahl aufmerksam macht, würde vermutlich auch im Internet nicht als Denunziant bezeichnet werden.

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