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„AI for Good Global Summit“ : Kongress in Genf: Wissenschaftler wollen mit Künstlicher Intelligenz die Welt retten

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Hunger, Armut oder Klimawandel - globale Probleme, die schwer zu lösen sind. Experten setzen auf Künstliche Intelligenz.

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erstellt am 07.Jun.2017 | 15:57 Uhr

Genf | Noch beobachten Menschen die Entwicklungen in der Künstlichen Intelligenz, reden über die Zukunft - über selbstfahrende Autos, die entscheiden, in welche Richtung sie ausweichen, um einen Unfall zu vermeiden. Über Smart Homes, deren Systeme als Mädchen für alles und bester Freund genau wissen, was ihrem Menschen gerade fehlt. Oder über den Niedergang unserer Spezies, weil die Computer - nachdem sie uns unsere Daten gestohlen und unsere Jobs streitig gemacht haben - die Menschheit ausrotten. Früher oder später werden die schlauen Systeme nicht mehr nur neu sein, sondern ihren Teil zu unserer Gesellschaft beitragen. In welcher Form, ist noch offen. Die gezeichneten Szenarien fallen - je nach Verfasser - meist ziemlich düster aus.

Kritiker sorgen sich, dass Computer zu viel Macht bekommen und ein Eigenleben entwickeln. Andere sehen in Künstlicher Intelligenz eine Chance für menschliche Gesellschaften. Fürsprecher sehen gar Potenzial, die großen Probleme der Welt lösen zu helfen.

Von Mittwoch an bis Freitag treffen sich Organisationen der Vereinten Nationen, Experten für Künstliche Intelligenz, Politiker und Mitglieder der Wirtschaft in Genf, um bei einem Kongress der Vereinten Nationen über den Umgang mit Künstlicher Intelligenz zum Wohl der Menschheit, dem „AI for Good Global Summit“, darüber zu reden, wie die positiven Seiten der Entwicklung künftig in den Vordergrund rücken können. Sogar einige der großen Probleme der Menschheit wie Hunger oder Armut sollen smarte Systeme lösen können oder Herausforderungen im Umweltschutz, bei der Migration, Gesundheit und Bildung meistern helfen.

Künstliche Intelligenz werde „gute, schlechte, gestaltende und schlicht seltsame Effekte“ auf Gesellschaften haben, sagt Anders Sandberg, der an der britischen University of Oxford die gesellschaftlichen und ethischen Einflüsse neuer Technologien erforscht. Klar ist: Sie wird Einzug in unseren Alltag halten. Nur das wann und wie ist noch nicht ganz klar.

Es gibt bereits Projekte, in denen Künstliche Intelligenz für die Lösung von Problemen eingesetzt werden kann: Marshall Burke von der Stanford University in Kalifornien trainiert gemeinsam mit Kollegen Algorithmen darin, aufgrund von Satellitenbildern zu erkennen, ob in einer Gegend vorwiegend arme oder reiche Menschen leben. Bei den Nachtaufnahmen werden die Lichter, bei Tagaufnahmen Straßen oder Hausdächer als Anhaltspunkte gewertet.

Das UN-Kinderhilfswerk Unicef arbeitet daran, dass intelligente Systeme anhand von Fotos und Videos Mangelernährung bei Kindern erkennen können. „Aktuell misst man dafür den Umfang des mittleren Oberarmes“, sagt Christopher Fabian von Unicef. Diese Methode sei langsam und nicht immer „super genau. Wir glauben, dass wir das besser können.“

In der im vergangenen Herbst unter anderem von Konzernen wie Facebook, Amazon, Microsoft oder Google ins Leben gerufenen „Partnership on Artificial Intelligence“, die sich Themen wie Ethik, Fairness, Inklusion, Transparenz und Privatsphäre auf die Fahnen geschrieben hat, sind inzwischen 14 Non-Profit-Organisationen wie Unicef, Future of Humanity Institute, Electronic Frontier Foundation und das AI Forum of New Zealand beteiligt.

„Entwicklungsländer können am stärksten von Künstlicher Intelligenz profitieren“, sagt Chaesub Lee von der UN-Organisation für Telekommunikation (ITU) gegenüber nature.com. „Sie haben aber auch am meisten zu verlieren, wenn wir nicht wachsam sind.“

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