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Neues Betriebssystem : Kommt mit Googles Fuchsia OS ein fehlerfreier Nachfolger für Android?

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Ein drittes Betriebssystem oder das Aus für Android und Chromes OS? Google tüftelt an Fuchsia OS.

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erstellt am 17.Mai.2017 | 16:39 Uhr

Sie heißen Windows, iOS, Android und sind die Platzhirsche unter den Betriebssystemen für Desktoprechner und Mobilgeräte. Doch in der Ideenschmiede des Android- und Chrome OS-Entwicklers tüftelt man längst an einer Alternative. Fuchsia OS (OS kurz für Operating System = Betriebssystem) heißt das System, das irgendwann die bereits etablierten Google-Systeme für PCs und Mobilgeräte ablösen könnte.

Während Android und Chrome OS im Kern auf Linux basieren, geht Google mit Fuchsia neue Wege: Mit dem eigenen Magenta Kernel, einem Systemkern, der einem Bericht der Test-Webseite Androidpit zufolge seit Februar 2016 entsteht, kann Google bei Fuchsia alle Bestandteile kontrollieren: vom Kernel über die Benutzeroberfläche bis hin zur Lizenz.

„Die entscheidende Schwäche von Linux liegt darin, dass das System aus vielen unterschiedlichen Bestandteilen zusammengesetzt ist, die zwar zuverlässig aber nicht unbedingt schnell zusammenarbeiten“, schreibt Androidpit. Das berge Probleme mit den jeweiligen Open-Source-Projekten, bringe Sicherheitslücken und „so entsteht ein immenser Aufwand, den Quellcode aktuell zu halten“. Die Linux-Kernel seien - auch bei Googles eigenen Smartphones - auf dem Stand von Dezember 2014.

Für die Nutzer würde sich einiges ändern: Auf dem Startbildschirm ist das Bild des Nutzers zu sehen. Ein Fingertipp darauf ermöglicht erste Schnelleinstellungen wie die Lautstärke oder die Bildschirmhelligkeit. Neu wird außerdem sein, dass nicht wie gewohnt App-Icons auf dem jeweiligen Homescreen zu finden sind, sondern die Anwendungen untereinander als lange Liste zum Durchscrollen angeordnet sind. Möchte der Nutzer mehrere Anwendungen, die beispielsweise thematisch zusammenpassen, nah beieinander angeordnet wissen, können sie mit dem Finger per Drag and Drop verschoben und auch gekoppelt werden - eine Art Ordnersystem.

So könnte Fuchsia OS künftig aussehen:

Was Google mit Fuchsia genau vorhat, ist bisher noch nicht bekannt. Bis Fuchsia massentauglich ist, kann es zudem noch dauern - gesetzt den Fall, dass Google die Entwicklung abschließt. Unter vier Jahren werde es kaum zu schaffen sein, das ganze System marktreif zu entwickeln, schreibt Androidpit. Vor 2020 ist also kaum mit einem vollständigen Fuchsia zu rechnen. Aber die Android-Plattform könnte sich schon vorher auf Fuchsia zubewegen. Denn das neue System verwendet für Apps die Bibliothek Flutter. Sie erlaubt schon heute, Apps für Android und iOS zu entwickeln. Das könnte eine Systemumstellung erleichtern.

Insider halten es für möglich, dass Google sich auf seiner Entwicklerkonferenz I/O zu Fuchsia und einem weiteren Betriebssystem-Projekt namens Andromeda aus dem Jahr 2015 äußern könnte.

Welche neuen Entwicklungen Google präsentiert, können Sie am Mittwoch ab 18 Uhr im Liveblog auf shz.de lesen.

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