zur Navigation springen

Kommt jetzt das Passwort-Selfie?

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der Shopping-Gigant Amazon beantragt ein Patent auf das Bezahlen per Selbstporträt.

Ob als „Duck Face“ die Entenschnute, mit nur leicht geöffnetem Mund das „Fish Gape“ oder die hässliche Variante „Suglie“: Selfie-Trends gibt es genug. Das dachte ich zumindest. Denn jetzt kündigt sich eine Variante des schnellen Selbstbildnisses an, die dem Ganzen die Krone aufsetzt: Das Passwort-Selfie. Der Internetkonzern Amazon testet aktuell nämlich das Bezahlen per Selfie – und hat dafür auch schon ein Patent beantragt.

Künftig könnte man also beim Shoppen, statt eine lange Zeichenfolge einzugeben, kurz in die Smartphonelinse zwinkern, und schon setzt sich die Bestellung in Bewegung. Im Gegensatz zum Standard-Selfie handelt es sich bei dieser Technik aber um ein Video, in dem der Nutzer aufgefordert wird, etwa zu zwinkern oder den Kopf zu neigen. So wird es im Patentantrag erklärt. Amazon glaubt, Betrügern damit den Wind aus den Segeln zu nehmen. Denn im Video ist der Kopf dreidimensional abgebildet, und ein sich bewegendes Bild dürfte schwer zu fälschen sein. Ganz neu ist dieser Gedanke nicht. Auch bei Windows kann man sich mit dem Gesicht anmelden und auch Mastercard soll an einer ähnlichen Lösung arbeiten.

Nun könnte man anmerken, dass wir Verbraucher dem US-Konzern für diese Technik eine Menge biometrischer Daten zur Verfügung stellen müssten. Ob die dort wirklich sicher verwahrt sind? Ich habe da aber auch noch ein ganz anderes Problem vor Augen. Ein Passwort muss möglichst kompliziert sein. Mit Zahlen, Sonderzeichen, Groß- und Kleinschreibung. Gleiches dürfte doch für das Passwort-Selfie gelten. Ein einfaches Zwinkern scheint mir jedenfalls unsicher. Also lieber dreimal an der Nase kratzen, mit den Lippen die Wörter „Safty first“ formen und danach mit den Augen rollen. Dann doch lieber klassisch die Tastatur bemühen.

zur Startseite

von
erstellt am 17.Mär.2016 | 08:55 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen