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Henckes Netzwelt : Kolumne: Wie Europol mit einem Adventskalender nach Schwerverbrechern sucht

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Menschen, die wegen Mordes, Raub oder anderer Delikte gesucht werden, hat Europol in einem Adventskalender verpackt.

Es gibt Adventskalender mit Schokolade, Bier oder Lego gefüllt – und es gibt den Adventskalender von Europol. Seit dem 1. Dezember veröffentlicht die Behörde täglich bis Heiligabend einen von Europas meistgesuchten Schwerverbrechern. Spielerisch möchte die Polizei so auf Menschen aufmerksam machen, die von verschiedenen EU-Staaten wegen Mordes, Raub oder anderer Delikte gesucht werden. Ziel ist es, die Straßen Europas zu Weihnachten sicherer zu machen. Europol hofft, durch die Aktion Hinweise zum Aufenthalt der Männer und Frauen zu bekommen. Unter eumostwanted.eu lassen sich dann täglich kurze animierte Videos mit Steckbriefen der Kriminellen abspielen.

Am Donnerstag war es der Österreicher Tibor Foco, der seit 1986 wegen Mordes an einer Prostituierten gesucht wird. Am Freitag wurde der Steckbrief von Sergey Filipov Georgiev veröffentlicht. Der Ukrainer wird von bulgarischen Behörden gesucht, weil er 2011 einen Bulgaren erstochen haben soll.

Angesichts der Taten, die einige dieser Leute auf dem Kerbholz haben, wirkt die Musik und  der leise rieselnde Schnee  etwas grotesk. Fahndungsbilder baumeln an Handschellen herunter, die wie Christbaumkugeln wirken sollen.

Doch das skurrile Beiwerk  ist  eine  gute Idee  von Europol und eine sinnvolle Aktion, um  Interessierte täglich auf die Seite zu locken und  sie für frei umherlaufende Kriminelle zu sensibilisieren. Die   mediale Aufmerksamkeit kommt hinzu. Denn anders als herkömmliche Most-Wanted-Listen, hat diese Form der Präsentation einen  erfrischenden Anstrich. Vielleicht kann die Polizei so tatsächlich ihren Wunsch auf neue Hinweise  erfüllen  und  den Mördern auf die Spur kommen. Für die europäische Polizei sicher eine schöne Bescherung.

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erstellt am 04.Dez.2016 | 21:30 Uhr

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