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Digital Audio am Smartphone : Klinkenstecker ausrangiert: USB-Typ-C stopft das analoge Loch

vom
Aus der Onlineredaktion

Der USB Typ-C wird jetzt für die Audio-Nutzung optimiert. Was schon zu Walkman-Zeiten Standard war, wird wohl bald Geschichte sein.

shz.de von
erstellt am 14.Apr.2016 | 15:51 Uhr

Wenn es nach dem Wunsch der Hersteller von Unterhaltungselektronik geht, kommt die „kleine Klinke“ bald ins Museum. Beinahe 40 Jahre lang – vom ersten Walkman bis zum aktuellen Smartphone – hatte die runde Steckerbuchse bei mobilen Audiogeräten die Verbindung hergestellt zwischen Gerät, Kabel und Ohr. In Zukunft soll die USB-Typ-C-Buchse die kabelgebundene Tonübertragung bei Smartphones und Tablets übernehmen, berichtet „Heise“. Bis Mitte des Jahres will das Standardisierungsgremium USB-IF den neuen Standard ausgearbeitet haben.

In Mobilgeräten verbaute Digital-Analog-Wandler sind häufig von schlechter Qualität, weshalb Audiophile mit der Musik, die aus der Klinke kommt, meist nichts anfangen können. Qualitativ besser sind inzwischen oft drahtlose Übertragungen mit den neuen Bluetooth-Standards oder die Verwendung von USB-Soundkarten bzw. Toslink.

Zu den Berichten passen die seit Monaten kursierenden Gerüchte, wonach das nächste iPhone 7 komplett ohne Kopfhöreranschluss konzipiert ist. Komplett drahtlos wird die Zukunft des mobilen Audio aber offenbar doch nicht werden. Einige aktuelle Tablets werden bereits jetzt mit der neuen „unverdrehbaren“ USB-Typ-C-Buchse ausgeliefert, die sowohl für das Laden, als auch für HDMI und USB-3.1-II-Übertragung (bis 10 Gbit/s) zuständig ist und ebenso Thunderbolt-Signale empfangen kann.

Über das klassische USB-Audio lässt sich damit bereits Musik hören, sofern eine externe Soundkarte oder ein Headset angeschlossen sind. Mit der überfälligen Überarbeitung des USB-Audio-Standards sollen die neuen Audio-Formate im neuen Standard besser unterstützt werden.

Das Ende des Klinken-Zeitalters würde sich auch im Design der neuen Produkte widerspiegeln. Mit der neuen Buchse könnten Smartphones nämlich noch dünner und womöglich auch etwas leichter gebaut werden – bei weniger Kosten.

Offen ist noch die Frage, ob die Abkehr der analogen Klinke automatisch auch das Ende der analogen Signalübertragung bedeutet. Bleibt Typ-C für Audio ein reiner Digital-Konnektor, wäre die Zeit der stromlosen Fünf-Euro-Ohrstöpsel jedenfalls vorbei. Unterwegs-Musikhörer und Telefonierer müssten teure Kopfhörer mit integrierten Analog-Digital-Wandlern anschaffen oder auf Bluetooth-Varianten umsteigen. Das wiederum würde Kosten, Batterie,- und Strombedarf wieder steigen lassen.

Auch dem Klinkenstecker wohnen beide Funktionen – analog und digital – inne. Er wird zwar äußerst selten selten digital verwendet, aber einige höherpreisige Geräte bieten in der Spitze der klassischen 3,5-Millimeter-Klinke gleichzeitig eine optische, digitale S/PDIF-Schnittstelle. Es blieb eine Randerscheinung, von Massennachfrage keine Spur.

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