Henckes Netzwelt : „Kinderarbeit“ für den Nationalpark

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Grundschüler sollen in Australien einen Freizeitpark gestalten – mit Hilfe des Video-Spiels „Minecraft“.

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04. Mai 2015, 11:47 Uhr

Millionen von Eltern wollen ihre Zöglinge weg vom Computerbildschirm und raus in die Natur bringen. Da ist es schon kurios, das ausgerechnet Australiens Regierung Kinder aufruft, am Display die Natur neu zu gestalten. Australiens Nationalparks sollen nämlich von Grundschülern neu angelegt werden.

Das Videospiel „Minecraft“ soll dabei als Grundlage dienen. Mithilfe der virtuellen Bauklötze können die Schüler in Adelaide und Umgebung ihren „perfekten Nationalpark“ bauen. Am Ende soll der schönste Park für insgesamt zehn Millionen Dollar verwirklicht werden. Wanderwege, Campingplätze oder Reitpfade: Alles ist möglich, sofern das Konzept in der echten Welt realisierbar, praktisch und nachhaltig ist, sagt der australische Umweltminister Ian Hunter. Dem Gewinner winkt eine Exkursion in den Belair National Park unter professioneller Führung. Auch Erwachsene dürfen sich an der Aktion beteiligen – allerdings nur über eine Online-Umfrage. Die kreative Aufgabe ist den Kindern vorbehalten. Man darf also gespannt sein.

Die Aktion der australischen Regierung ist ein innovativer Vorstoß, um Kinder für politische und ökologische Themen zu sensibilisieren. Dies könnte ein Modell sein, auch in Deutschland das Bewusstsein der jungen Generationen für Natur und Umwelt zu stärken. Die Politik muss langfristig ohnehin neue Wege gehen, um die Aufmerksamkeit der Jüngeren zu bekommen – warum sich also nicht eine spielerische Ebene zunutze machen? Die Verantwortung für die nachhaltige Veränderung eines Nationalparks an Kinder zu übertragen, beweist Vertrauen in den Nachwuchs. Ein Vorbild für Deutschland.

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