zur Navigation springen

Megaupload-Gründer : Kim Dotcom: Seine Anwälte wehren sich gegen US-Auslieferung

vom

Der umstrittene Internet-Unternehmer wollte den Prozess ins Netz streamen. Doch daraus wurde nichts – und Dotcom blieb auch zuhause.

shz.de von
erstellt am 29.Aug.2016 | 10:53 Uhr

Wellington | Anwälte des in Kiel geborenen Internetunternehmers Kim Dotcom (bürgerlicher Name: Kim Schmitz) haben bei einer Anhörung in Neuseeland erneut versucht, eine Auslieferung ihres Mandanten an die USA abzuwehren. Dotcom selbst erschien am Montag nicht im Gericht von Auckland, als die Anhörung begann.

Dotcom wollte die Verhandlung ins Internet streamen lassen. Doch die Richter lehnten seinen Antrag ab.

 

Dotcom (42) ist Gründer der einst populären Internetplattform Megaupload, auf der Nutzer Musik, Filme und andere Inhalte untereinander austauschten. US-Ankläger werfen ihm und drei Mitstreitern vor, Copyright-Besitzer damit um mindestens eine halbe Milliarde US-Dollar geprellt zu haben. Die Vorwürfe lauten Urheberrechtsverletzung, Erpressung und Geldwäsche. Die US-Behörden ließen den Megaupload 2012 schließen. Bereits im Dezember 2015 hatte ein Gericht in Auckland entschieden, dass er und drei andere Angeklagte von Neuseeland an die USA ausgeliefert werden könnten, wogegen die vier Berufung einlegten.

Das erneute Verfahren könnte sich über Jahre ziehen, gab Dotcoms Anwalt Ron Mansfield zu wissen. Doch die Stimmung gegen den inzwischen 42-jährigen Koloss, der sich unlängst zur Kunstfigur erhoben hat, ist gereizt. Der Lichtgestalt der Web-Nerds ist das „Neuland-Gen“ abhanden gekommen – selbst in seiner Wahlheimat Neuseeland.

Der Mann, der scheinbar alles erreicht hatte und zu den reichsten Menschen der Welt aufschließen wollte, Digital-Mogul war, steht einmal mehr vor dem Abgrund. Die Dotcom-Ära ist vorbei. Dabei hatte er einst schier alles erreicht: Den rasanten Aufstieg zum Millionär, die Luxusvilla in seiner Wahlheimat Neuseeland, den Helikopter, die Partys. Doch dann kam der Fall: Ein Polizeieinsatz im Morgengrauen, die Handschellen klickten, die geliebten Luxuskarossen wurden beschlagnahmt, die Konten gesperrt.

Mehr über den Menschen Kim Schmitz lesen Sie hier.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen