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Dreyklufts Netzwelt : Kein Shitstorm für #shtwittertnicht

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Eine breite Bewegung unter den schleswig-holsteinischen Twitterern loszutreten, ist gar nicht so leicht, musste unser Kolumnist Joachim Dreykluft feststellen.

von
erstellt am 10.Sep.2014 | 05:30 Uhr

Vergangene Woche war ich auf dem Scoopcamp in Hamburg. Das Wort Scoopcamp (wörtlich übersetzt „Lager für Exklusivmeldungen“) soll wohl so etwas andeuten wie ein Bootcamp fürs Digitale. Als Bootcamp bezeichnet man knallharte Trainingslager für Rekruten, da dort meist schwere Stiefel getragen werden. Das Schlimmste, was man auf einem digitalen Bootcamp auslösen kann, ist ein Shitstorm, also das virtuelle Beworfenwerden mit Fäkalien.

Mein Beinahe-Shitstorm begann mit der in einem Workshop geäußerten Bemerkung, zum Sturm „Xaver“ habe es auf shz.de mehr Informationen gegeben als auf Twitter. Das wurde mir auf Twitter als „etwas arrogant“ ausgelegt. Als ich dann noch sagte, nur wenige Menschen in Schleswig-Holstein würden überhaupt twittern, hatte ich, was man für einen Shitstorm braucht – einen Hashtag: #shtwittertnicht.

Wenn jetzt eine kritische Masse zusammenkommt, kann sich daraus in sozialen Medien eine Diskussion gegen eine Person entwickeln, der der Auslöser nicht mehr gewachsen ist. Ich ging also innerlich in Abwehrhaltung, nicht ohne mich an das zu erinnern, was man für solche Fälle gelernt hat: ruhig bleiben, und vor allem höflich, egal wie tief die Scheiße fliegt.

Es entwickelte sich eine Diskussion auf Twitter, die exakt von drei Menschen aus Schleswig-Holstein getragen wurde, dazu kam ein ehemaliger Kollege aus Hamburg und die Redaktion eines Journalisten-Fachmagazins mit Sitz in Frankfurt am Main.

Gut ein Dutzend Tweets später wurde mir klar: Das wird hier nichts mit einem Shitstorm. Wir tauschten Höflichkeiten aus, drückten uns gegenseitig auf den „Folgen“-Button. Ich ging aus meiner Deckung und lenkte die Diskussion in die Richtung, dass die mobile Internetanbindung in SH generell schlecht sei. Hashtag #shbrauchtnetz. Als breite Bewegung kann man die Reaktionen darauf auch nicht gerade bezeichnen.

Fazit: In SH muss kaum jemand einen Shitstorm befürchten. Aber einen #Aufschrei würden wir auch nicht hinbekommen. Denn SH twittert nicht.

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