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Fligges Netzwelt : Kein Platz für Offline-Software

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Für das Smartphone gibt es regelmäßig neue Apps. Ganz anders sieht es für den Desktop-PC aus, sagt unser Kolumnist Tobias Fligge.

von
erstellt am 11.Sep.2014 | 05:30 Uhr

Innovationen über Innovationen – dank der IFA in Berlin verging in der letzten Woche kaum ein Tag ohne Meldungen von Datenuhren, gekrümmten Fernsehern und vernetzten Haushaltsgeräten, von denen mir der Kühlschrank eine SMS schreiben könnte, wenn wir keine Milch mehr im Haus haben. Auch neue Apps und Webdienste werden ununterbrochen ins Netz gestellt. Wir Menschen brauchen das anscheinend – das immer Neue.

Gefühlt installiere ich jede Woche auf meinem Smartphone eine neue App. Ganz anders sieht es auf meinem Desktop-PC aus. Das letzte Stück Software, das ich dort installiert habe, war vor etwa zwei Jahren der Musikstreaming-Dienst Spotify. Ich könnte mir jede Woche ein neues Computerspiel installieren, aber leicht verständliche Software, die meinen Alltag erleichtert?

Mir scheint, die Entwickler konzentrieren sich bei dieser Art von Software mittlerweile vollends auf Smartphones und Tablets. Oder die Programme kommen aus der Cloud und erfordern eine ständige Internetverbindung. Die Mediennutzung ist heute mobiler denn je. Klassische Offline-Software hat in dieser Welt keinen Platz mehr.

Microsoft hatte Anfang August ein wirklich spannendes Projekt angekündigt: die Software Hyperlapse. Ein erstes Video zeigte, wie ein Algorithmus aus einem langweiligen Video einer aus der Ich-Perspektive gefilmten Fahrradtour ein spannendes und professionelles Zeitraffer-Video berechnet. Den Microsoft-Entwicklern ist es gelungen, aus jeder verwackelten Aufnahme, eine sanft gleitende Kamerafahrt zu machen.

Gerüchten zufolge könnte Hyperlapse Bestandteil der nächsten Windows-Version sein. Einen konkreten Zeitplan gab es zunächst nicht. Während Microsoft noch an der Marktreife des Programmes arbeitete, durchkreuzten die Macher der Fotoplattform Instagram ihre Pläne. Nur wenige Wochen nach Microsofts Ankündigung gab es von der Facebook-Tochter Instagram eine App zum kostenlosen Download. Der Titel: Hyperlapse. Sie nutzt die Sensoren des iPhones und erzielt so in wenigen einfachen Schritten den gleichen, bemerkenswerten Effekt. Während Microsoft plant, setzt Instagram einfach um. Innovation finde ich jetzt also wieder im App Store.

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