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Fligges Netzwelt : Karl Klammer lässt grüßen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Digitale Bevormundung: Ohne zu fragen verteilt Microsoft massenhaft Dateien für ein Windows-10-Update.

von
erstellt am 17.Sep.2015 | 11:07 Uhr

„Das ist gut für dich. Kindermilch ist da drin.“ Diese Weisheit aus dem Bildungsprogramm von RTL 2 wird im Internet gerne zitiert. Eine junge Mutter sitzt auf einer Couch und verteilt Schokolade an ihr Kind. An diese Szene gut gemeinter, aber wenig kluger Ratschläge musste ich denken, als mein Rechner streikte.

Der Speicher war endgültig voll. Mein Laufwerk „C“ war schon immer knapp bemessen. Leben am Limit. Vor meinem geistigen Auge hüpfte Karl Klammer mit erhobenem Zeigefinger – Pardon: erhobenen Augenbrauen. Der als nervige Büroklammer getarnte Windows-Assistent aus den 90ern hätte mich gewarnt. Karl Klammer war für mich immer der Inbegriff von Bevormundung durch Technik. Ich war erleichtert, als man ihn 2007 ins virtuelle Jenseits schickte. Doch die Ursache meines Speicher-Problems schien wie ein Gruß von ihm.

Auslöser war ein Zwangs-Update. Vorsorglich und klamm(er)heimlich hat mein System ein Sechs-Gigabyte-Paket für Windows 10 heruntergeladen. Zwar wurde es nicht installiert, gefragt wurde ich aber genauso wenig wie viele andere Nutzer. Einige von ihnen klagen über horrende Telefonrechnungen, weil sie keine Daten-Flatrate besitzen. Ich musste die Festplatte nur entrümpeln. Trotzdem bleibt ein fader Beigeschmack, Microsoft. Schluss mit der Büroklammer-Politik!

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