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Silicon Valley : Kampf gegen den Terror: US-Regierung sucht Hilfe bei Internet-Firmen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Wie nimmt man Terroristen den Nährboden Internet? Die US-Regierung bittet Firmen wie Facebook und Microsoft um Lösungen. Ein Beispiel zeigt: Es gibt Nebenwirkungen.

von
erstellt am 13.Jan.2016 | 18:41 Uhr

Seine Vorfreude auf einen sonntäglichen Ausflug in die Welt des Computerspiels „Paragon“ wurde Muhammad Zakir Khan vermiest: Als er sich auf der Seite einloggen wollte, die zur Beta-Version des neuen Spiels aus dem Hause Epic Games führte, erschien in roten Lettern eine Absage auf dem Bildschirm – „Die Erzeugung Ihres Benutzerkontos wurde blockiert.“ Seinem Unmut machte Khan auf Twitter Luft: „Mein Name ist Khan, und ich bin kein Terrorist.“

Khan, der als Assistenzprofessor am Broward College in Fort Lauderdale im US-Bundesstaat Florida arbeitet, wurde automatisch aussortiert. Aufgrund seines Namens, der sich auf einer schwarzen Liste findet. Der Chef des Entwicklerstudios, Tim Sweeney, entschuldigte sich: Eigentlich solle die Liste statt zur Prüfung von Kunden zur Prüfung von Geschäftsbeziehungen eingesetzt werden, zitiert das Tech-Blog WinFuture. Sweeney versicherte unterdessen, die Anwendung dieser Prüfmechanismen seien in Bezug auf Nutzer eingestellt. Die Liste wird vom amerikanischen Amt für die Kontrolle von Auslandsvermögen OFAC erstellt und herausgegeben, um speziell gekennzeichnete Staatsangehörige auszufiltern und somit eigentlich Terroristen und verdächtigen Personen den Handel in den USA zu erschweren.

Die US-Behörden wollen künftig beim Thema Terrorismusbekämpfung aber auch gezielt auf eine Zusammenarbeit mit großen Internet- und Technologie-Firmen Intel, Apple, Youtube, Dropbox, Microsoft und Facebook setzen. Einem Bericht von Zeit Online zufolge trafen sich am vergangenen Freitag Vertreter der Online-Riesen, um mit der US-Regierung und FBI-Vertretern über wirksame Technologien zu beraten, die es den Terroristen erschweren sollen, das Internet für ihre Zwecke zu missbrauchen. Dazu sollen die Unternehmen helfen, Systeme zu entwickeln, die verdächtige Nutzer leichter erkennen und an die Behörden melden. Gleichzeitig solle aber gewährleistet sein, dass die Meinungsfreiheit wie auch die Persönlichkeitsrechte der Nutzer nicht beeinträchtigt werden.

Dass Technologien und Algorithmen aber auch falsch liegen können, zeigt das Beispiel Khan: „Ich fühle mich diskriminiert und nicht wie ein Mensch behandelt. Es tat weh, das zu lesen“, sagte Khan dem Spielermagazin Gamasutra nach. „Dabei spiele ich doch, um mich zu entspannen.“

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