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Maas’ Netzwelt : Jede App-Show wird zum Flop

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Apps sind in TV-Shows überflüssig. Den Zuschauern kommt es nur auf das Eine an, meint unsere Kolumnistin Barbara Maas.

von
erstellt am 02.Sep.2014 | 05:00 Uhr

Feierabend, ab aufs Sofa und – knips – Fernseher an. Das reicht vielen nicht. Fernsehen wird  zum Nebenbei-Medium – wie schon das Radio. Mails lesen, chatten, bei Google Infos zur Sitcom suchen, die man sich gerade ansieht: Es gibt Dutzende Möglichkeiten, solange das Tablet oder das Smartphone gut erreichbar auf dem Couchtisch liegt.  Wenn am Sonntagabend der Tatort läuft, ermitteln viele Fans bei Twitter mit. Und ich habe Facebook-Freunde, die gern den Bildschirm fotografieren, wenn gerade Fußball läuft - und das Ganze dann posten, natürlich mit einem witzigen, hochintelligenten Spruch.

„Daraus muss sich doch was machen lassen“, müssen sich die Programmchefs der Fernsehsender gedacht haben. Sie buhlen um die „digital natives“, also die nach 1980 Geborenen, die mit dem Internet aufgewachsen sind. Eigentlich löblich, denn so viel Neues hatte das deutsche TV in den letzten Jahren nicht zu bieten. Es entstanden also Formate wie „Quizduell“  in der ARD (ein Flop), die Casting-Show „Keep Your Light Shining“ auf Pro Sieben (ein Flop) und jetzt „Rising Star“ auf RTL (ein Flop).

Während die ARD erst von „Hackern“ sprach und dann technische Pannen zugab, mangelt es den Casting-Shows an Zuschauern. Bei  „Keep Your Light Shining“ saß jeder, der Lust hatte, in der Jury. Die Show wurde nach der ersten Staffel abgesetzt. Auch die App-Show „Rising Star“, die nach demselben Prinzip funktioniert, legte einen mauen Start hin. 2,25 Millionen Zuschauer sahen zu – ein Marktanteil von 8,4 Prozent. Am Sonnabend schalteten nur noch 1,75 Millionen ein.

Der erfolglose „Quizduell“-Moderator Jörg Pilawa hatte dazu jüngst in einem Interview einen klugen Gedanken: „Vielleicht wollen viele Leute das gar nicht.“ Ich glaube, er hat Recht. Wer eine Casting-Show sieht, will lästern – über die Kandidaten, über die Entscheidung der Jury, über den Versprecher der Moderatorin. Auch im Netz. Basisdemokratische Abstimmung stört da nur.

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