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Motorroller-Sharing : Jaano – Hamburger teilen Roller per App

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Aus einer Idee wurde 2014 das Unternehmen Jaano. Seit Juli 2014 können Hamburger Roller nach dem Sharing-Prinzip nutzen.

Hamburg | Es war einer dieser Abende, die im Gedächtnis bleiben, die irgendwie alles verändern, es war der 6. Februar 2013: Tino Hoffrichter, Jaan Hofmann und Linda Lartey waren in Amsterdam, verließen gerade eine Party, als sie vor dem Haus vier weiße Roller in Reih und Glied entdeckten. „Ist das sowas wie Car2Go“, fragten sie sich. War es nicht, doch eine Idee war geboren. In San Francisco können Roller an Stationen ausgeliehen werden, ergoogleten sie. Rollervermietung aber nach dem klassischen Car-Sharing-Prinzip gab es noch nicht.

Mit 14 Fahrzeugen starteten die Gründer dann im Juli 2014 in eine dreimonatige Probephase. 600 Testfahrer cruisten durch die Hansestadt und berichteten anschließend. Es gefiel. Dann ging alles ganz schnell. Nur wenige Monate später waren 40 Vespa Primavera im Hamburger Stadtgebiet verteilt und die ersten festen Stammkunden angemeldet.

Die App „Jaano“ funktioniert nach dem Sharing-Prinzip wie die Hamburger Stadträder oder Car2Go. Interessierte können die nächstgelegene Vespa auf der Karte suchen. Zwei Helme befinden sich im Roller. Und los geht die Fahrt für 19 Cent pro Fahrminute. Anschließend muss die Vespa im Jaano-Geschäftsgebiet wieder abgestellt werden. Gefordert wird eine einmalige Anmeldegebühr von 19,90 Euro, ein Mindestalter von 21 Jahren und der Besitz eines Führerscheins seit mehr als 12 Monaten. Zur Anmeldung gehört eine Kurzanweisung.

Der Kundenstamm ist bunt: vom 22-jährigen Studenten bis zum 65-jährigen Geschäftsmann ist alles dabei. Die meisten Kunden nutzen die Vespas als Nutzfahrzeug, um zügig von einem zum anderen Ort zu kommen. Nur ein Drittel sind Schönwetterfahrer, die einen Ausflug an die Elbe oder Alster machen wollen. Auch ins Alte Land, sogar nach Bremen fuhr ein Kunde schon. Trotz mittelmäßigem Sommer in Hamburg sind die Macher zufrieden. Geschäftsführer Hoffrichter: „Unser Geschäft ist nahezu profitabel.“ Die Anmeldungen liegen im vierstelligen Bereich. Mittlerweile sind fast 20 Mitarbeiter am Unternehmen beteiligt. „Alle bei uns machen aber noch irgendwas nebenbei“, erklärt Hoffrichter, der gerade an seiner Bachelorarbeit schreibt.

Doch „Jaano“ fordert viel Einsatz von den Machern: „Wer eine Vespa braucht, will nicht erst eine Viertelstunde dahin laufen“, so Hoffrichter. Daher soll der Fuhrpark 2016 deutlich aufgestockt werden. Auch das Geschäftsgebiet, das sich derzeit nur auf Hamburgs Innenstadtgebiet zwischen Altona, Eimsbüttel, Stadtpark und Elbe begrenzt, soll ausgebaut werden – auch über Hamburgs Grenzen hinaus. Auch Elektromobilität sei ein großes Thema, das das Team in den nächsten eineinhalb Jahren angehen möchte. Tino Hoffrichter ist vorsichtig bei dem, was er an die Öffentlichkeit gibt, denn die Konkurrenz schaut zu – in München und Berlin folgten Anbieter mit ähnlichem Konzept. Hoffrichter: „Ich bin nicht traurig um die Konkurrenz. Es zeigt, dass andere auch an unsere Idee glauben und wir auf dem richtigen Dampfer sind.“

> Infos unter www.jaano.de
 

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