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#instafood für Fortgeschrittene

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Kochen, knipsen, essen: Wir lieben unser Essen. Und was wir lieben, landet im Sozialen Netzwerk.

Die Leute hören nicht auf, ihr Essen zu fotografieren. Das geht seit Jahren so. Und ich bin eine von ihnen. Ich backe Brötchen. Ich mache eine Quinoa-Quiche. Ich koche im Frühling Rhabarberkompott und im Herbst Kürbissuppe. Ich bin stolz, weil ich vor zwei Jahren nicht gedacht hätte, dass ich das kann.

Und dann mache ich ein Foto und poste es bei Instagram. Mit Hashtags, natürlich: #instafood, das Essensetikett. Und #cleaneating. Damit bekomme ich nicht nur Herzchen von Freundinnen, sondern von fremden Wellness-Gurus in San Francisco. Beim erfolgreichen Essen fotografieren geht es nämlich längst nicht mehr nur um Geschmacksexplosionen und Völlerei. Das war #foodporn – gefühlt im Jahr 2013.

Heute muss das Essen in den sozialen Medien nicht nur lecker aussehen, sondern auch gesund sein. Einen BigMac habe ich noch nie auf Instagram gesehen, glutenfreie Kuchen, Chia-Puddings und Süßkartoffeln täglich. Vielleicht liegt es daran, dass frisch gegrilltes Gemüse besser in Form ist als pappige Burger. Aber auch daran wird gearbeitet: Die App „Foodie“ ist nur dafür da, sein Essen mit dem Smartphone bestens zu fotografieren. Die Filter heißen „Sushi“, „Cake“ und „Meat“. Guten Appetit.

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erstellt am 15.Mär.2016 | 09:26 Uhr

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