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Buchungs-App „GymEntry“ : Ins Hamburger Fitnessstudio ohne lange Verträge

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Hamburger Studenten haben eine App entwickelt, mit der sie den den Zugang zu Fitness und Wellness revolutionieren wollen. Doch große Ketten sperren sich noch: „Die Fitnessstudiobranche ist super unflexibel.“

shz.de von
erstellt am 04.Dez.2015 | 19:12 Uhr

Hamburg | Kein Vertrag – kein Gerätesport. So simpel wie unpraktisch lautet die erste Regel, die Fitnessbegeisterte über ihr Training in einem Studio lernen müssen. Mit einer einzigen Anmeldung an verschiedenen Orten trainieren zu können, ist in Deutschland bislang eine Unmöglichkeit, denn feste Abo-Verträge binden einen entweder an ein festes Fitnessstudio, oder aber es ist in nur wenigen Einrichtungen möglich, unverbindlich zu trainieren. Nicholas Fechtner und Robert Schäfer ärgerten sich über diesen Starrsinn. Denn gemeinsamer Studio-Sport war für die beiden Hamburger nicht drin, da sie anderen Einrichtungen angehörten. „Die Fitnessstudiobranche ist super unflexibel“, sagt Robert Schäfer. „Die Fitnessstudios haben die Digitalisierung nicht mitbekommen“, meint Schäfer.

Starre und langfristige Verträge passen bei vielen Hobby-Sportlern nicht zum Lebensstil, da sie nur selten oder saisonal an die Geräte wollen oder extrem mobil sind und keinen festen Lebensmittelpunkt haben.  Tagespässe werden aber nicht von allen Studios angeboten.

Um nicht nur zu meckern, sondern etwas zu ändern, haben die beiden Betriebswirtschaftler eine Plattform geschaffen, mit der Fitness und Wellness flexibel nutzbar ist. Mit ihrer App „GymEntry“ sei der spontane Studio-Besuch viel einfacher. Ein Tag, eine Woche oder einen Monat trainieren? Kein Problem. Einfach anklicken und buchen. „Für ein Sportstudio bringt ein Tagesgast zunächst mehr Aufwand. Mit uns nicht.“ Wer über die App der jungen Unternehmer den Eintritt in ein Fitness- oder Wellnessstudio bucht, stimmt auch den AGB, und damit der jeweiligen Hausordnung, zu. Bezahlt wird auch direkt mit der App und hinterlegter Zahlungsart. An der Kasse muss der Kunde nur noch einen Code vorzeigen.

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Das Angebot richtet sich nicht nur an Sportler, sondern auch an Wellnessfans. Schwimmen, Sauna oder Massagen sind mit der App ebenfalls unkompliziert buchbar – und oftmals sogar günstiger. Außerdem lassen sich Angebote und Preise vergleichen und über eine Karte Studios in der Nähe finden. Das schafft Transparenz. Und hat vor allem Vorteile für Geschäftskunden oder Touristen, die in einer fremden Stadt zu Besuch sind. „Unsere Nutzer sind viel unterwegs, und haben das nötige Einkommen“, so Robert Schäfer. Vor allem auf Geschäftskunden haben sie ihr Produkt ausgerichtet.

Erst Anfang dieses Jahres hatten Schäfer und Fechtner die Idee zu ihrer eigenen App, am 27. April gründeten sie bereits die GymEntry GmbH. Von Juni bis September verbesserten und testeten sie ihre App, bevor im September die Finanzierungsrunde abgeschlossen war. „Unser Ziel war es, schnell auf den Markt zu kommen“, so Nicholas Fechnter.

Mit dem „Krafthaus“ in Schenefeld fing alles an. Ihr erstes Partnerstudio. Mit 20 Fitnessstudios starteten sie dann die App. Mittlerweile ist der Hamburger Raum gut abgedeckt. 40 Einrichtungen in der Hansestadt und 30 weitere in Deutschland sind schon dabei. Mit rund 300 Studios sind sie gerade im Gespräch über eine Partnerschaft. Neben den großen Städten, wollen sie ihre App vor allem in den Studentenstädten etablieren und das Hamburger Umland mit in ihr Kerngebiet aufnehmen.

In Deutschland gibt es rund 8000 Fitnessstudios, von denen 4000 bis 5000 für GymEntry interessant sei. Ketten seien erst einmal nicht im Portfolio. „Unser Angebot bezieht sich vor allem auf individuelle Studios“, so Nicholas Fechtner. Die machen 80 Prozent des Marktes aus. Immer weniger Leute, sagt Robert Schäfer, seien bereit, sich an feste Aboverträge zu binden: „Die Studios werden es schwer haben.“

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