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Fligges Netzwelt : Im Rennen um die Umweltbilanz

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Durch Elemente aus der Spielewelt ermuntern Autohersteller die Verbraucher zum Langsamfahren.

Wenn Sie demnächst mal wieder einem Schleicher auf der A7 begegnen, regen Sie sich bitte nicht auf. In dem Wagen könnte ich sitzen, im Rennen um die beste Umweltbilanz mit meinen Kollegen. Und das kam so: Neulich wurde mir für einen Termin in Kiel ein Kleinwagen auf dem neuesten Stand der Technik zugeteilt. Das riesige Display in der Mittelkonsole hat mich sofort beeindruckt. Während der Fahrt hat man dafür wenig Aufmerksamkeit übrig. Aber eine Funktion weckte in mir den Ehrgeiz: Die Umweltbilanz. Der Wagen ermittelt aus Beschleunigung und vorausschauendem Fahren, wie nachhaltig ich mich im Straßenverkehr bewege. Auf der Hintour zwischen Flensburg und der Landeshauptstadt standen unterm Strich 50 von 100 Umweltpunkten. Der Wert lässt sich speichern und mit anderen Nutzern der Wagens vergleichen. Die Spiele waren eröffnet.

Schon bei meiner Fitness-App kann ich Freunde herausfordern, Werte vergleichen und gegen ihre Zeit laufen. Den Wettbewerbs-Gedanken vieler Sport-Apps hat sich die Autoindustrie offenbar zum Vorbild genommen. „Gamification“ ist der Trend, bei dem durch Ranglisten, Erfahrungspunkte und andere spieltypische Methoden, Menschen zu monotonen Aufgaben motiviert werden. Langsames Fahren zum Beispiel. So wird der nächste Termin alles andere als eine Runde im Rennspiel „Need For Speed“. Platz Eins ist mir mit einem Umweltwert von 80 Punkten sicher.

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erstellt am 11.Nov.2015 | 19:01 Uhr

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