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IFA startet am Freitag : Im Rausch der Vernetzung

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Tech-Welt stellt große Erwartungen an das „Schaufenster für das Weihnachtsgeschäft“. Der Boom von Smartphones und Tablets treibt viele Neuerungen an.

Das „smarte“ Zuhause, in dem alle elektronischen Geräte miteinander vernetzt sind und kommunizieren können, steht auf der am Freitag in Berlin beginnenden Internationalen Funkausstellung (IFA) so sehr im Rampenlicht wie nie. Die lange gehegte Idee des vernetzten Heims ist nach Einschätzung der Branche in der Realität angekommen. Inzwischen gebe es 50 Millionen Geräte aus der Unterhaltungselektronik, die sich untereinander vernetzen lassen, sagt Hans-Joachim Kamp, Aufsichtsratsmitglied des Branchenverbandes gfu.

Das sogenannte Internet der Dinge gilt in der Branche als der nächste große Trend. Vernetzte Geräte würden in der Unterhaltungselektronik bereits heute 80 Prozent des Umsatzes ausmachen, sagte Christian Illek, Präsidiumsmitglied des IT-Branchenverbands Bitkom zur Vorstellung aktueller Marktzahlen.

Technologien für das vernetzte Zuhause sollen neue Services und Dienste ermöglichen, die etwa beim Energiesparen mit Haushaltsgeräten oder Heizungen helfen sollen. Sie sollen dem Nutzer aber auch neue Möglichkeiten eröffnen, zum Beispiel einen auf dem Fernseher angespielten Film auf einem Tablet oder Zweitgerät unterbrechungsfrei weiterzuschauen. Oder die Waschmaschine meldet sich, wenn der Waschvorgang beendet ist.

Bei den meisten Lösungen kommt dem Smartphone oder Tablet eine zentrale Rolle zu. Meist können die neuartigen Anwendungen über eine App vom Nutzer gesteuert werden. Für die reibungslose Kommunikation seien vor allem übergreifende Standards wichtig, betont Kamp. Vielfach treiben auch heute noch die großen Hersteller ihre eigenen Lösungen voran. „Entscheidend sind aber offene Standards“, sagt Kamp. „Dessen ist sich jeder bewusst.“ In der Vergangenheit gab es bereits zahlreiche Bemühungen, branchenübergreifende Plattformen zu etablieren, bislang aber mit mäßigem Erfolg. In der Regel setzen die einzelnen Unternehmen häufig auf eigene Lösungen.

„Übergreifende Vernetzungsstandards sind nicht zwingend das Allheilmittel im Bereich Smart Home“, sagt Hans Wienands, Deutschland-Manager von Samsung und Vorstandsvorsitzender im Fachverband Consumer Electronics des Branchenverbands ZVEI. Es gehe auch mit heute bereits verfügbaren Standards. Es gebe eine Vielfalt von Lösungen, die auf vorhandenen Geräten und Applikationen basieren, „die konkreten Mehrwert bringen und richtig Spaß machen“.

Über entsprechende Apps sei es heute möglich, neue Lösungen zu entwickeln und die verschiedensten Geräte mit Hilfe bestehender Standards wie WLAN oder Bluetooth zu verbinden. Samsung will auf der IFA eine Reihe von „Smart Home“-Lösungen im neuen City Cube präsentieren, der an der Stelle der alten Deutschlandhalle gebaut wurde.

„Die IFA ist in diesem Jahr größer denn je“, sagt Hans-Joachim Kamp. Die Messe sei bereits ausgebucht. Haushaltsgeräte nehmen inzwischen rund 30 Prozent der Fläche auf der Messe ein, Bauknecht ist das erste Mal dabei.

Auch in diesem Jahr bringen die großen Hersteller ihre neuesten TV-Geräte mit. Ein großes Highlight werden Flachbildfernseher mit mehr als 100 Zoll Diagonale und gestochen scharfem Bild mit Ultra-HD-Auflösung sowie gebogenem Display sein. Die südkoreanischen Rivalen Samsung und LG werden in Berlin ihre Flaggschiffe gegeneinander antreten lassen, die Film-Genuss in Kinoqualität bringen sollen.

Zu Jahresbeginn war der Absatz von Fernsehgeräten in Deutschland abgeflaut. Zudem sanken die Preise, sodass der Umsatz um spürbare 7,3 Prozent schrumpfte. Die Branche sieht aber grundsätzlich gute Rahmen-Bedingungen: So sei die Inflationsrate niedrig und die Beschäftigung auf einem hohen Niveau. Außerdem profitierten die Kunden von besonders niedrigen Zinsen bei der Anschaffung großer Geräte.

Neben Tablets und Smartphones wird es auf der IFA aber auch zahlreiche Personal Computer zu sehen geben. Der PC- und Tablet-Hersteller Acer etwa will eine Produktoffensive mit insgesamt 14 neuen Serien in Berlin zeigen. „Wir erleben eine Renaissance des Personal Computers“, sagt Wilfried Thom, bei Acer für das Geschäft in Zentraleuropa zuständig. Tablets steuerten dagegen derzeit auf eine Marktsättigung zu. Vor allem flacheres Design bei Notebooks und hohe Akkulaufzeiten seien die wichtigsten Gründe für die Nachfrage.

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erstellt am 02.Sep.2014 | 18:34 Uhr

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