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Dreyklufts Netzwelt : Im Internet der Dinge werden Krümel und Daten gesammelt

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„Smart Home“ macht Häuser smarter – und auch gläserner, meint iRobot, der Hersteller von Roomba-Staubsaugern.

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erstellt am 31.Jul.2017 | 16:41 Uhr

Welcher digitale Trend wird nachhaltig unser Leben bestimmen? Bei einem bin ich mir ganz sicher: Das „Internet der Dinge“, auch Internet of Things, kurz IoT, oft auch Smart Home genannt. 

Die Idee: Nicht nur Computer lassen sich vernetzen, auch Gegenstände. Thermostate, Kameras, Lampen, Lautsprecher und Mikrofone, Staubsauger.

Smart Home und Internet der Dinge, nicht ganz ernst erklärt von „Extra 3“.

All das gibt es auch schon zu kaufen. Bei mir steht „Alexa“ von Amazon, bei einer Bekannten von mir staubsaugt ein Roboter die Praxis. Freunde von mir schalten ihre Lampen in der Wohnung nicht mehr per Schalter, sondern per App. Selbst Ikea bietet inzwischen solche Lampen an. Vielleicht ist es gar nicht mehr lange hin, bis wir unseren Journalismus nicht mehr nur über Papier und Bildschirm verbreiten, sondern über Lampen und Kühlschränke?

Der Roomba 980 von iRobot im Einsatz: Der Sauger navigiert eigenständig via Kamera.

iRobot, Hersteller von automatischen, mit dem Internet verbundenen Staubsaugern, reicherte das Thema Internet der Dinge um einen interessanten Aspekt an: Chef Colin Angle sagte der Nachrichtenagentur Reuters, seine Staubsauger könnten künftig ja nicht nur Dreck aufsammeln, sondern auch Daten. Und die könnte er mit Drittanbietern wie Google, Apple oder Amazon teilen, wenn seine Kunden einverstanden sind.

Die smarte Idee des Herstellers von Smart-Home-Geräten: Unsere privaten Räume sind das neue Unbekannte. Die Welt da draußen ist vermessen und fotografiert. Aber unsere Wohnzimmer, unsere Dielen, unsere Schlafzimmer, das ist die neue Grenze, die es zu erreichen gilt.

Angle besprach seine Idee mit einer britischen Nachrichtenagentur für ein vorwiegend amerikanisches Publikum. Beim hiesigen Publikum ruft er mit seinem Staubsauger vor allem eins hervor: Ängste, verpackt in eine wunderbar schlüssig klingende Metapher: der Datensauger.

Das IoT wird viele Dinge leichter machen. Und viele Daten sammeln. Wichtig ist mir, dass wir als Nutzer einen Anspruch darauf haben zu erfahren, was mit den Daten passiert und wie wir die Übermittlung stoppen können. Heute müssen wir den Versprechen der Hersteller glauben (hier erklärt von der Verbraucherzentrale), etwa dass das Mikro wirklich nichts an die Amazon-Server sendet, bis wir „Alexa“ sagen.

(Hinweis der Redaktion: In einer früheren Version dieses Artikels hieß es, iRobot wolle die gesammelten Daten verkaufen. Das ist nicht korrekt und basierte auf einer Fehlinterpretation der Aussagen Angles durch die Nachrichtenagentur Reuters, die Reuters inzwischen korrigiert hat. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen. Angle ließ sich dazu folgendermaßen zitieren: „iRobot verkauft keine Daten, da unsere Kunden und ihre Interessen für uns immer an erster Stelle stehen. Wir werden niemals das Vertrauen unserer Kunden enttäuschen, indem wir Kundendaten – einschließlich Daten, die von unseren internetfähigen Produkten gesammelt werden – verkaufen oder missbrauchen. Derzeit befähigen die gesammelten Daten den Roomba, das Zuhause effektiv zu reinigen. Zusätzlich liefern sie Kunden Informationen über die Reinigungsleistung. iRobot glaubt, dass diese Informationen zukünftig noch stärkeren Nutzen für unsere Kunden bieten könnten, weil sie es dem Smart Home und den zugehörigen Geräten ermöglichen, besser zu arbeiten – ausschließlich bei ausdrücklicher Einwilligung der Kunden.“

 

 

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