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Freifunk am Lister Hafen : Hotspot: Wie freies WLan nach Sylt kommt

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Am nördlichsten Hafen Deutschlands soll es bald freien Internetzugang geben. Und nicht nur da.

von
erstellt am 20.Mai.2016 | 11:59 Uhr

List | Sonntagnachmittag, Sonne und Seewind. Ein schöner Kurzurlaub auf Sylt geht zu Ende und die Familie genießt, auf die Fähre wartend, noch ein Eis am Lister Hafen und die salzige Luft. Ein Moment, den sie gern festhalten möchte. Oder teilen mit den Nachbarn zu Hause, über Instagram zum Beispiel.

Freies WLAN ist in vielen Städten mittlerweile selbstverständlich - auch in Teilen Schleswig-Holsteins wie in Geesthacht und Kiel. Und: Die spontanen Urlaubsgrüße von Touristen sind als Marketing-Faktor für eine Urlaubsregion nicht zu unterschätzen – auch wenn der Werbe-Effekt nicht unmittelbar messbar ist.

Für Touristen und Sylter, für Fährpassagiere und Spaziergänger soll es demnächst die Möglichkeit geben, die Sylter Grüße kostenlos über ein freies WLan am Lister Hafen zu verschicken. Die Initiative Freifunk und die Reederei FRS, die die Fähre nach Rømø anbietet, haben sich für das Projekt zusammengeschlossen, um einen Hotspot am nördlichsten Hafen Deutschlands einzurichten.

„Die Idee kam durch die Zusammenarbeit beim Halunder Jet“, erklärt Alexander Bernhardt, der die WLan-Hotspots auf Helgoland und Deutschlands erste schwimmende Freifunk-Station auf der Fähre von Hamburg zur Hochseeinsel eingerichtet hat. Auch auf Sylt soll jetzt eine Freifunk-Initiative entstehen und nach und nach das öffentliche WLan auf die Insel bringen.

Der Lister Fährhafen soll nur der Anfang sein: Die Antennen dafür wurden bereits an einem Gebäude der Kurverwaltung angebracht. Den Anschluss stellt die Reederei und die technische Einrichtung kam von der Initiative Freifunk. In den kommenden Wochen soll das Netz bereit stehen. Etwa 100 Nutzer können sich dann – wahrscheinlich vom gesamten Marktplatz aus – vor Ort mit ihrem Smartphone oder Tablet ins Internet einwählen. Eine Anmeldung dafür ist nicht erforderlich und Nutzer können ohne Landing-Page direkt lossurfen.

Birte Dettmers von der Reederei FRS ist zuversichtlich. Sie hat mit dem Hotspot auf demHalunder Jet gute Erfahrungen gemacht. 580 Passagiere können dort mitfahren – und bisher habe das Netz immer standgehalten, sagt sie. „Es ist dort allerdings auch eher die Generation 50plus unterwegs“, sagt sie. „Und die Saison beginnt ja erst.“ Damit die Bandbreite nicht überstrapaziert wird, wird das Datenvolumen pro Nutzer ein wenig beschränkt. Nachrichten und Bilder versenden sei aber problemlos möglich. „Die meisten schicken wohl Nachrichten über WhatsApp“, schätzt Dettmer. Zumindest habe sie in sozialen Netzwerken wie Instagram keine Bilderflut von der Helgolandfähre entdeckt.

Auch auf der Fähre von Sylt nach Rømø soll irgendwann ein kostenloses WLan angeboten werden, erklärt Dettmer. „Allerdings ist das problematisch zu organisieren, da wir ja in zwei Ländernetzen unterwegs sind.“

Alexander Bernhardt hofft, dass – angeregt durch das Lister Beispiel – weitere Orte im Norden sich der Freifunk-Initiative anschließen. „Viele mögliche Anbieter sind wegen der Störerhaftung verunsichert“, sagt der Internet-Experte. „Dabei greift diese bei Freifunk nicht.“ Es können derzeit nur Privatpersonen belangt werden, wenn jemand über ihren Internetanschluss beispielsweise illegale Downloads beteibt. Bernhardt: „Die Störerhaftung gilt nur für Personen, nicht für Provider.“

Bislang steht Freifunk Sylt noch am Anfang – doch auf der Insel kommen die Wellen zuweilen schneller als man ahnt: Donnerstag hat die Gemeinde Sylt beschlossen, dass sie einen Hotspot am Westerländer Rathausplatz möchte.

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