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User der Woche : Hinhören statt verbieten - wenn Eltern Medien lernen

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Dem Kind das Internet zu verbieten, ist leicht. Jörg Paysen will Verständnis schaffen und setzt auf Dialog.

Wenn die Eltern in den Klassenraum kommen, fühlen sie sich an ihre eigene Kindheit oder Jugend erinnert. Auch deshalb, weil Jörg Paysen (Foto) Altbekanntes für sie platziert hat. Ein Walkman liegt dort beispielsweise, oder ein Terminkalender – ganz klassisch aus Papier. Nach dem ersten Begeisterungsschub durch die geweckten Erinnerungen kommen Fragen auf nach dem Warum. „Was die Eltern hier einzeln liegen haben, haben ihre Kinder heute geballt in ihrem Handy“, erklärt der Dozent. Das Telefon ist Terminkalender, Walkman sowie Gameboy oder Wecker in einem. Kein Wunder also, dass der Nachwuchs sich so viel damit beschäftigt. „Das macht die Faszination aus.“

Seit 2008 ist der 42-Jährige Husumer in Zusammenarbeit mit dem Offenen Kanal Schleswig-Holstein als Elternmedienlotse in Nordfriesland und auch über die Kreisgrenzen hinaus unterwegs. Schulen, Kindertagesstätten oder Elternvertretungen selbst laden ihn zu Elternabenden ein.

In Kitas gehe es dann häufig um Spieleanwendungen oder Fernsehen, in Schulen sind meist soziale Netzwerke und das Smartphone – „als ständiger Begleiter“ – die vorherrschenden Themen.

Paysen gehe es nicht darum, die Eltern in einen vorgefertigten Weg zu pressen oder sie im Umgang mit der Technik fitter zu machen, als die Jugendlichen, sagt er. „Das geht auch gar nicht.“ Doch er möchte Verständnis schaffen und so den Weg zum Dialog zwischen Eltern und Kind ebnen. Dafür müsse Verständnis die Grundlage bilden, „Verbote bringen nichts“, sagt der Medienpädagoge deutlich. „Es geht darum, dass die Eltern Handlungssischerheit erlangen“, sagt Paysen. Sie seien mit den Medien in der heutigen Form nicht großgeworden und wüssten häufig gar nicht, womit sich ihre Kinder den ganzen Tag beschäftigten. Doch „medienkompetente Kinder brauchen medienkompetente Eltern – zumindest in Teilen.“

> www.oksh.de

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erstellt am 13.Sep.2014 | 05:30 Uhr

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