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Hillary Clinton geht nach „E-Mail-Gate“ in die Offensive

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

„Ich will, dass die Öffentlichkeit meine E-Mails sieht. Ich habe das Ministerium gebeten, sie zu veröffentlichen.“ Mit diesen Worten trat Ex-Außenministerin Hillary Clinton über Twitter die Flucht nach vorn an. „E-Mail-Gate“ haben bereits einige konservative US-Medien die vermeintliche Affäre betitelt. Hektisch versucht das Clinton-Team, den Schaden zu begrenzen. Denn derzeit bereitet die 67-Jährige ihre noch nicht offiziell verkündete Kandidatur für die Präsidentschaftswahl 2016 vor.

Es ist nicht nur der Argwohn erregende Umstand, dass sie ihre gesamte E-Mail-Korrespondenz in der Zeit als Außenministerin (2009 bis 2013) über ein privates E-Mail-Konto abwickelte und den Schriftverkehr dann entgegen der gesetzlichen Regelungen nicht dem US-Bundesarchiv übergab. Ausgerechnet am Tag ihrer offiziellen Bestätigung als Ministerin durch den US-Senat ließ Clinton, wie jetzt bekannt wurde, im Keller ihres Anwesens in Chappaqua (Bundesstaat New York) einen E-Mail-Server installieren. Die damit verbundene Adresse hdr22@clintonemail.com wurde, wie auch der Server, unter dem Pseudonym „Eric Hoteham“ registriert. Diese höchst ungewöhnliche Praxis gibt nun Clinton Entscheidungsfreiheit darüber, welche Dienst-Mails dem Archiv anvertraut werden sollten. Doch es waren auch Gefahren damit verbunden – durch Hacker, die sich dem im Vergleich zu Regierungs-Servern weniger gesicherten Konto hätten widmen können.

Dass die Clintons das Weiße Haus – wie gestern herauskam – über diese Privatisierung der Regierungs-Korrespondenz im Dunkeln ließen, wirft ebenfalls Fragen auf. Vor allem die Republikaner wittern üble Machenschaften auch auf anderen Gebieten. Derzeit widmet sich ein Parlamentsausschuss dem Tod von vier US-Bürgern – darunter Botschafter Chris Stevens – bei einem Terroranschlag von Islamisten auf das Konsulat in Bengasi (Libyen) 2012. Nun könnte der Mail-Verkehr Clintons eine Rolle spielen, denn Kritiker sprechen von Sicherheitsversäumnissen und einem Vertuschungsversuch zu den Umständen der Attacke. Der Ausschuss erließ deshalb jetzt einen Herausgabe-Beschluss für die Mails.


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erstellt am 06.Mär.2015 | 02:25 Uhr

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