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Dreyklufts Netzwelt : Hier finden Sie die Sicherheitslücke

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Eine vernünftige, für Laien verständliche Liste von Sicherheitslücken fehlt im Internet, meint Kolumnist Joachim Dreykluft. Shz.de will das jetzt ändern.

Jetzt hat es mich auch erwischt. Dabei fühlte ich mich so sicher. Privat benutze ich nur Linux. Ergo dürfte ich keine Probleme mit Viren oder Trojanern bekommen. Meine Passwörter, regelmäßige Leser dieser Kolumne wissen das, unterliegen einer strengen Sicherheitspolitik. Meine Konten und Mailpostfächer sind mit zusätzlichen Sicherheitscodes geschützt, die ich per SMS bekomme. Jüngst bekam ich eine Mail mit der Aufforderung, Zugangsdaten für mein Apple-Konto  zu  verraten, mit dem Text: „Bitte aktualisiere das konto, wenn sie nich aktualisieren wird geschlossen.“ Da lache ich natürlich nur.

Und doch habe ich mir ein Problem eingefangen. Bei meiner Fritz-Box. Das ist das Gerät, das das Internet-Signal  in ein WLAN-Funknetz verwandelt. Bereits vor Monaten hatte der Hersteller, die Berliner Firma AVM, gewarnt, dass Fremde eindringen könnten, wenn man den sogenannten Fernzugriff freigeschaltet hat. Das hatte ich nicht, also wähnte ich mich sicher.

Was mir entgangen war: Kurz darauf warnte das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, unbedingt ein Stück Sicherheitssoftware zu installieren, auch wenn der  Fernzugriff nicht aktiviert ist. Sonst könne die Fritz-Box gekapert werden.

Am Sonntagabend nun bemerkte ich zufällig, dass sich in der Liste der Geräte, die mit meinem WLAN verbunden sind (das geht über die Eingabe von fritz.box im Browser, dann links auf den Punkt WLAN klicken), Namen auftauchten, mit denen ich nichts anfangen konnte. Das waren nicht meine Geräte, aber sie waren in meinem Netz! Mit hochrotem Kopf beichtete ich meiner Frau, dass wir wegen meiner Schusseligkeit nun das WLAN-Passwort an all unseren Rechnern, Smartphones und Tablets ändern müssen.

Aber wie konnte das passieren? Weil es nirgendwo im Internet eine vernünftige, für Laien verständliche Liste von Sicherheitslücken gibt, wo ich regelmäßig nachschauen kann, ob ich etwas verschlafen habe. Deshalb machen wir beim sh:z diese Liste jetzt selbst. Jeden Mittwoch auf dieser Seite. Und im Internet unter shz.de/netzwelt/luecke.

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erstellt am 21.Mai.2014 | 04:00 Uhr

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