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Betrugs-Emails : Heute erreicht die Spam-Flut ihren Höhepunkt

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Heute schon ins Email-Postfach geschaut? Heute soll die Weihnachts-Spamwelle ihren Höhepunkt erreichen, sagen die Experten. Die Betrüger hoffen auf die vorweihnachtliche Kauflaune der Menschen.

shz.de von
erstellt am 22.Dez.2010 | 07:24 Uhr

Glutrot markiert ist der 21. Dezember im öffentlichen "Spam-Kalender" der Berliner Sicherheitsfirma eleven: Heute soll die vorweihnachtliche Werbe-, Müll- und Viren-Mailwelle ihren Höhepunkt erreichen, sagen die Experten. "Wir schauen uns immer an, was in den vergangenen Jahren zur selben Zeit passiert ist und treffen unter anderem daraus unsere Vorhersagen", sagte Sascha Krieger, Pressesprecher von eleven, auf Anfrage von shz.de. Zum einen, sagte Krieger, zeige die Erfahrung, dass die Menge an Spam-Mails steigen werde, zum anderen sei aber auch zu beobachten, dass die Aggressivität gerade vor besonderen Anlässen wie Feiertagen oder öffentlichen Ereignissen größer werde. Die Mails enthalten dann immer öfter nicht einfach nur nervige Werbung, sondern Viren und Trojaner - also Schadsoftware, die sich auf dem Rechner des Empfängers einnistet.
Zu Anlässen wie dem amerikanischen Thanksgiving, zur Premiere des neuen Harry-Potter-Films oder eben zu Weihnachten versuchen die Betrüger so, die Stimmung der Menschen für ihre Zwecke auszunutzen. Gerade zu Weihnachten werde mit gefälschten Online-Adventskalendern gearbeitet oder mit Email-Anhängen, die sich als elektronische Grußkarten tarnen - aber eigentlich aggressive Viren sind. "Wir messen jetzt, in den Wochen vor Weihnachten, deutlich höhere Aktivität als sonst", sagte Krieger. eleven checkt für seine Kunden weltweit etwa eine Milliarde Emails am Tag. "Etwa 95 Prozent davon sind Spam."
Diese Zahlen bestätigt auch der Branchenverband Bitkom. Von 100 verschickten Mails sortierten die Email-Anbieter selbst schon 80 als offensichtliche Werbemails aus. Von den verbleibenden 20 seien immer noch 15 unerwünscht und landeten meist im Spam-Ordner der Empfänger, teilte der Verband unlängst mit. Die meisten Spammer sitzen dabei in den USA, Russland, Brasilien und China - in Ländern also, die einerseits eine dichte Internet-Infrastruktur aufweisen und andererseits, etwa im Fall Brasiliens, kaum eine wirksame Strafverfolgung gegen Spammer gewährleisten können.
Trügerischer Friede
Zwar habe das Spam-Volumen 2010 um ein knappes Drittel abgenommen - das ist jedoch ein trügerischer Friede, glaubt Sascha Krieger. Im Laufe des Jahres haben die Behörden in den Vereinigten Staaten einige Spam-Netzwerke dichtgemacht. Aber: "Diese Infrastruktur wird innerhalb kürzester Zeit wieder aufgebaut." Da passt es ins Bild, dass derzeit besonders viel Schadsoftware im Netz umherschwirrt: Diese Viren und Trojaner sollen Rechner infizieren, um sie - von den Besitzern meist völlig unbemerkt - in die Spamverteilungs-Maschinerie, "Botnetze" genannt, einzureihen.
Einen Trend haben die Experten außerdem ausgemacht: Spam wird immer regionaler. "Wir haben in diesem Jahr zum ersten Mal Thanksgiving-Angebote auf Deutsch gesehen", sagte Krieger. Wer auf solche Offerten auch noch einsteigt, lässt sich jedoch nicht feststellen.
Jeder Computer-Anwender kann die Spam-Flut mit einigen Maßnahmen weiter eindämmen. Die sieben wichtigsten Regeln hat Bitkom zusammengestellt.

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