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Müllers Netzwelt : Heiße Luft statt Kabel

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Freie DVB-T-Frequenzen sollen in den Breitbandausbau fließen. Steuern wir hier auf einen faulen Kompromiss zu?

shz.de von
erstellt am 14.Feb.2015 | 06:15 Uhr

Die Bundesnetzagentur hat das Ende der Ausstrahlung von TV-Programmen über den sogenannten DVB-T Standard eingeläutet. Die dafür genutzten Frequenzen sollen für die flächendeckende Breitbandversorgung von bis zu 50 Mbit/s bis 2018 verwendet werden. Diejenigen, die heute über DVB-T Fernsehen gucken, müssen dann auf den neuen Standard DVB-T2 umstellen.

Die große Frage ist, ob diese sogenannte Digitale Dividende II nicht wieder nur ein fauler Kompromiss ist. Bereits bei der Digitalen Dividende I, als die Frequenzen für das damalige analoge Fernsehen an die Anbieter versteigert wurden, wurde Besserung versprochen. Diese Produkte haben jedoch nur rudimentär zum Schließen der digitalen Kluft zwischen Stadt und Land beigetragen.

So haben einige Anbieter damals schon „bis zu“ 100 Mbit/s beworben und in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen dann aber nur 0,0144 Mbit/s garantiert.

Auch die Bundesnetzagentur öffnet den Anbietern bezüglich der 50 Mbit/s-Marke wieder eine Hintertür. „Den Haushalten sollen im Wettbewerb der Anbieter in der Regel Übertragungsraten von 10 Mbit/s zur Verfügung gestellt werden“. „In der Regel“ wird in der Regel verwendet, wenn man von dem Versprochenen auch abweichen darf.

Zusätzlich wird nur unzureichend zur Kenntnis genommen, dass viele Fachverbände nach wie vor davon ausgehen, dass wir uns einer Gigabit-Gesellschaft nähern, welche einen Glasfaserausbau bis ins Haus unabdingbar macht.
Doch wenn unsere Gesellschaft nicht bereit ist, im ländlichen Bereich für die gleichen Breitbandbedingungen zu sorgen, wie man sie in der Stadt vorfindet, dann ist das auch eine Entscheidung. Man sollte es dann den Bürgern nur offen sagen.

> Dirk Müller ist Experte für Breitbandausbau in SH.

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