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Youtube-Trend ohne Iran : „Happy“-Tanz: Iranische Polizei nimmt Jugendliche fest

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Überall auf der Welt tanzen Menschen zum Megahit „Happy“ und zeigen sich damit im Internet. Im Iran hat dieser Spaß schlimme Folgen. Junge Männer feiern ausgelassen mit unverschleierten Frauen - da greift die Polizei ein.

shz.de von
erstellt am 21.Mai.2014 | 18:37 Uhr

Teheran | Im streng muslimischen Iran sind Jugendliche festgenommen worden, weil sie zum weltweit populären Lied „Happy“ getanzt und ein Video davon auf YouTube gestellt hatten. Die sechs jungen Iraner - drei Männer und drei unverschleierte Frauen - wurden von der Sitten- und Internet-Polizei ausfindig gemacht und festgenommen. Das berichtete die Nachrichtenagentur Isna am Mittwoch.

Die Jugendlichen hatten sich laut Polizei sittenwidrig verhalten. Der Tanz und das Video auf YouTube seien daher eine „kriminelle Tat“. Nach den Gesetzen der Islamischen Republik Iran sind westliche Popmusik, gemeinsamer Tanz unverheirateter Männern und Frauen, öffentliches Auftreten der Frauen ohne Schleier und Zugang zu YouTube verboten. Was die Jugendlichen nun erwartet, ist unklar.

Das Video wurde fast 27.000 Mal auf YouTube angeklickt. In der Zwischenzeit gibt es auf der Video-Plattform auch ein Video vom staatlichen Fernsehen, auf dem die Jugendlichen angeblich ihre Tat bereuen. Da sie von hinten gefilmt wurden, ist es unklar, ob es sich um die selben Jugendlichen handelt.

„Der Clip sollte nicht auf YouTube gestellt und nur was Privates werden“, sagt eine der Frauen in dem Clip. Einer der Männer sagte, dass der Clip ein Casting sein sollte für eine Rolle in einem Spielfilm. „Der Mann, der den Clip machte, hat uns regelrecht hintergangen, in dem er uns eine internationale Schauspielerkarriere versprach“, sagte einer der Männer.

Eine Moralpredigt gab es auch in einem der Newsbulletins des Staatsfernsehens. Ein Polizeisprecher sagte, Jugendliche sollten sich nicht von solchen leeren Versprechungen täuschen lassen. Außerdem, so der Sprecher weiter, würden diese Initiativen auf sozialen Netzwerken binnen weniger Stunden von der Polizei aufgedeckt und die Mitwirkenden identifiziert und festgenommen.

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