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Gerätetest : Halbgarer New Nintendo 3DS: Umstieg lohnt nicht

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Schwachbrüstiger Akku und erschwerter Spiele-Download. Mit Nachfahren des alten 3DS tut sich Nintendo keinen Gefallen.

shz.de von
erstellt am 09.Feb.2015 | 07:44 Uhr

Im Herbst 1998 veröffentlichte Nintendo den GameBoy Color, der technisch weitgehend identisch war mit dem erfolgreichen GameBoy, allerdings bis zu 56 Farben darstellen konnte. Jenes neue Modell verlängerte den Lebenszyklus des Spielgeräts GameBoy um fünf Jahre.

Offenbar hatten die Nintendo-Chefs jenen erfolgreichen Modell-Wechsel von 1998 im Hinterkopf, als sie den New 3DS konzipierten. Hierbei handelt es sich um eine technisch überarbeitete Neuauflage des erstmals Anfang 2011 veröffentlichten 3DS. Im neuen Modell ist ein leistungsfähigerer Prozessor enthalten, es gibt zusätzliche Schultertasten, ein zweites Analog-Knüppelchen, die 3D-Kamera registriert selbstständig Bewegungen des Kopfes, und dank eines NFC-Chips (Nah-Frequenz-Technik) lassen sich Amiibo-Figuren auf dem New 3DS aktivieren.

Zwei New-3DS-Varianten sind verfügbar: eine kleinere, deren Größe weitgehend dem ersten 3DS entspricht, zum zweiten der New 3DS XL, dessen Gehäuse um vier Millimeter Kantenlänge von den Maßen des 3DS XL abweicht und sich mit 335 Gramm als ähnliches Schwergewicht erweist.

Nintendo vermarktete die 3D-Technik im Jahre 2011 als den großen Clou des 3DS, doch die meisten Spieler zogen den 3D-Schieberegler nach unten, um nicht bei kleinsten Bewegungen des Kopfes den Fokus aufs Geschehen zu verlieren. Im New 3DS arbeitet eine intelligente Kamera, die ständig die Stellung der Augen analysiert und selbst beim Seitwärts-Drehen des Kopfes bestrebt ist, ein stabiles 3D-Bild zu liefern. Das gelingt grundsätzlich gut, doch mitunter erlebt man selbst bei ruhiger Kopfhaltung ein kurzzeitig verknittertes Bild.

Im Gegensatz zum alten 3DS verfügt der New 3DS nicht mehr über frei wechselbare SD-Karten, vielmehr befindet sich eine vier Gigabyte kleine MicroSDHC-Karte in einem Einschub unterhalb der Gehäuseunterseite. Nintendo möchte offenbar seine Speichergeräte stärker vor dem Zugriff schützen und nimmt dabei in Kauf, dass die Spieler auf den Download von Spielen aus dem Nintendo eShop verzichten – immerhin sind vier GB Speicherplatz ein schlechter Witz im Angesicht mehrere Gigabyte großer Download-Spiele.

Die kurz vor Weihnachten eingeführten Amiibo-Figuren lassen sich über den New 3DS aktivieren, etwa im Prügelspiel „Smash Bros.“, was wohl einen wichtigen Grund für die Existenz des New 3DS darstellt: Mit Amiibo möchte Nintendo im Markt für digital aufgerüstetes Spielzeug mitmischen.

Der Akku enttäuscht noch immer. Im Test hielt der New 3DS XL nur knapp vier Stunden im Dauerbetrieb durch, etwa ein Fünftel länger als der Vorgänger.

Nintendos neueste 3DS-Modelle wirken halbgar: Der Analog-Knüppel ist zu klein, der Akku schwachbrüstig, der Spiele-Download wurde erschwert. Immerhin erhalten Käufer des New 3DS mehr Power für einige wenige Exklusivtitel sowie eine verbesserte 3D-Darstellung, doch in toto lohnt sich der Umstieg nicht.

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